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Diese Angst, die Eltern beim Füttern ihres Kindes haben, ist völlig unbegründet

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BABY EATING
Forscher finden heraus: Feste Nahrung und selbstständiges Essen erhöhen nicht das Erstickungsrisiko bei Babys | Lisa Wiltse via Getty Images
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  • Forscher finden heraus: Babys, die selbstständig essen, haben kein erhöhtes Erstickungsrisiko
  • Beide Versuchsgruppen zeigten gleich häufig Anzeichen von Würgen oder Ersticken
  • Häufig geben Eltern ihren Kindern gefährliche, nicht altersgerechte Nahrung

Besonders wenn Eltern zum ersten Mal ein Kind bekommen, wissen sie häufig nicht, wie der Übergang zwischen den verschiedenen Phasen der Ernährung der Babys am besten ablaufen sollte.

Eine bisher umstrittene Methode, mit der Babys an feste Nahrung gewöhnt werden, ist das sogenannte "Baby-gesteuerte Entwöhnen" (engl.: Baby-led weaning) von der Milch.

Dabei bekommen Kinder ab einem Alter von vier Monaten feste Nahrung vorgesetzt, die sie mit Hilfe eines Löffels selbst zu sich nehmen können.

Viele Eltern schrecken jedoch davor zurück, ihren Kindern so früh schon feste Nahrung anzubieten, aus Angst die Kinder könnten daran ersticken.

Neuseeländische Forscher finden heraus, dass feste Nahrung kein erhöhtes Risiko darstellt

Neuseeländische Forscher haben nun in einer Studie mit 206 Babys festgestellt, dass entgegen der allgemeinen Annahme, eine frühe Gewöhnung der Kinder an festes Essen kein erhöhtes Erstickungsrisiko darstellt.

Hierbei teilten die Wissenschaftler die Versuchsteilnehmer in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe bestand aus Müttern, die ihren Kindern mit dem Löffel zu essen gaben, die andere ließ ihre Kinder selbst essen.

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Es nahmen nur Kinder an der Studie teil, die mindestens sechs Monate alt waren und sich selbstständig aufsetzten konnten. In regelmäßigen Abständen gaben die Eltern an, ob und wie häufig ihr Kind sich an dem Essen verschluckte und ob es dabei zu Anzeichen von Würgen oder Ersticken kam.

35 Prozent aller Babys zeigten Anzeichen von Ersticken oder Würgen

Die Kinder wurden während der Nahrungsaufnahme immer genau überwacht, sodass sofort auf mögliche Anzeichen reagiert werden konnte.

Erstaunlicherweise veranschaulichten die Ergebnisse der Studie, dass etwa 35 Prozent aller Babys zu mindestens einem Zeitpunkt Anzeichen von Ersticken zeigten. Jedoch zeigten Babys beider Versuchsgruppen zu gleichen Teilen diese Anzeichen, unabhängig von der Form der Nahrungsaufnahme.

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Die Forschergruppe betonte, dass Anzeichen von Ersticken nicht als Folge der Art der Nahrungsaufnahme auftreten, sondern weil Eltern ihren Kindern häufig gefährliche Lebensmittel zu essen gaben. Dazu zählen beispielsweise Nüsse, Weintrauben, rohe Apfel- oder Gemüsestückchen, Wurst oder Popcorn.

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(juk)

Filed by Jelena Maticevic