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"Keine Waffe, die nicht eingesetzt wurde": Schlimmste Angriffe auf Aleppo seit Monaten

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ALEPPO
"Keine Waffe, die nicht eingesetzt wurde": Schlimmste Angriffe auf Aleppo seit Monaten | Screenshot
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  • Die syrische Stadt Aleppo steht erneut unter schwerem Beschuss
  • Bis zu 200 Luftangriffe sollen am Donnerstag geflogen worden sein
  • Deutschland und die USA wollen eine Flugverbotszone über Teilen Syriens

In der Nacht auf Donnerstag und bis in den späten Nachmittag des Tages ist es in der syrischen Stadt Aleppo zu hunderten Luftangriffen gekommen. Es sind die wohl schwersten Bombardements seit Monaten – wie viele Menschen dabei ums Leben kamen, ist bislang nicht klar. Aus Rebellenkreisen heißt es jedoch, es gebe zahlreiche Tote.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete bereits am Nachmittag von 45 Todesopfern.

Mehrere nicht verifizierte Videos zeigen, wie Fassbomben auf Viertel im von Rebellen kontrollierten Osten der Stadt fallen. Ein hoher Kommandant der Fastakem -Einheit, einer Miliz, die zur Freien Syrischen Armee gehört, sagte laut AFP: "Es gab keine Waffe, die sie nicht eingesetzt haben."

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die den Regime-Gegnern nahesteht, schossen die Aufständischen ihrerseits Mörsergranaten auf die Regierungstruppen im Westen Aleppos.

Brandbomben und ein geplanter Sturm auf Ost-Aleppo

Videos aus dem Distrikt Bustan al-Qasr in der Provinz Aleppo, die unter anderem der BBC vorliegen, zeugen zudem vom Einsatz von Phosphorbomben.

(Video enthält grafische Szenen)

Hinter den Angriffen stecken wohl Flugzeuge der syrischen sowie der russischen Armee. Die regierungsnahe Nachrichtenseite "Al Masdar News“ berichtet zudem, dass die syrische Armee kurz davor steht, einen Vorstoß auf den Osten Aleppos zu unternehmen.

Assad widerspricht Anschuldigen

Die Situation in den Rebellengebieten der Stadt ist noch immer prekär: Hunderttausende Menschen harren dort aus, die Verbindung zur Stadt ist noch immer weitgehend abgeschnitten.

Der syrische Präsident Bashar Al-Assad widersprach dagegen am Donnerstag Berichten, nach denen er aktiv versuche, die Zivilbevölkerung in Aleppo auszuhungern, um die Rebellen zur Aufgabe zu zwingen.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP sagte Assad: "Wenn es wirklich eine Belagerung der Stadt Aleppo gäbe, wären die Menschen inzwischen tot. (...) Wie können sie verhungern, während sie zugleich Waffen haben? Wenn ich Nahrungsmittel verhindern kann, sollte ich Waffen verhindern können. Wenn ich Waffen nicht verhindere, bedeutet das, dass auch alles andere nach Aleppo durchkommt.“

Deutschland und USA wollen Flugverbotszone

Trotz der offensichtlich gescheiterten Waffenruhe wollen die Vereinten Nationen einen Neustart für die festgefahrenen Friedensverhandlungen versuchen

Dazu kamen am Donnerstag in New York Außenminister aus mehr als 20 Ländern zusammen, um den Waffenstillstand doch noch zu retten.

Deutschland unterstützte dafür den Vorschlag von US-Außenminister John Kerry, über den Routen von Hilfskonvois einen Flugstopp zu verhängen.

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