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200 Nächte im Zelt - geduscht hat Wigald Boning für Hella von Sinnen

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Wigald Boning verbrachte über 200 Nächte im Zelt

Über 200 Nächte am Stück hat Moderator und Comedian Wigald Boning (49) im Zelt verbracht - und über diese Zeit ein Buch geschrieben: "Im Zelt: Von einem, der auszog, um draußen zu schlafen" (Rowohlt, 272 Seiten, 10,99 Euro). Die Idee sei ihm an einem heißen Sommertag gekommen, schreibt Boning darin. Da habe er sich zurückerinnert, dass er schon als Zehnjähriger nachts vor der Hitze seines Kinderzimmers entflohen war und auf der Terrasse seines Elternhauses geschlafen habe.

Im August 2015 machte er sich dann auf an die Isar, sichtete seine "Boning-Insel" und fabulierte nach einer Nacht im Freien: "Draußen zu schlafen macht glücklich!" Um verlässliche Daten dazu zu bekommen, startete er ein Langzeitexperiment mit der Regel: "Geschlafen wird draußen - komme, was wolle".

Wigald Boning als Lungenzelle können Sie sich auf Clipfish ansehen

Tipps und Reaktionen

Für alle Leser, die ähnlich experimentierfreudig sind wie der Comedian, bietet sein Buch ausführliche Tipps, unter anderem zur richtigen Ausrüstung, rechtlichen Punkten beim Thema Wildcampen oder der Campingplatz-Wahl. Er selbst übernachtete auf den abenteuerlichsten Plätzen. Was auch mit seinem Job zusammenhängt. In der Fernsehbranche habe sein Übernachtungs-Sonderwunsch "durchaus für unterschiedliche Reaktionen" gesorgt, schreibt er in seinem Buch - werden ihm doch für seine Auftritte in Shows normalerweise Hotelzimmer reserviert.

In "Im Zelt" berichtet Boning von für ihn abgestellte Praktikanten, die ihn unnötigerweise beim Zeltaufbau auf dem Studiogelände helfen wollten bis hin zu allzeit hell beleuchteten Dachterrassen, die ihm zur Verfügung gestellt wurden.

Auch andere Reaktionen auf sein Experiment ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Boning erzählt von einer Begegnung mit dem berühmten Friseur Udo Walz - dessen "allseits bekannte fidele Jovialität wich blankem Entsetzen", als Boning ihm erzählte, dass er im Zelt übernachte. "Mich irritierte vor allem", schreibt Boning, "wie leise er sprach. Offenbar wollte er vermeiden, dass die Nachbartische mithören konnten, so, als sei ich an Lepra erkrankt - muss ja nicht jeder wissen, wie schlimm es um den armen Kerl bestellt ist."

Dusche für Hella von Sinnen

Auch das Thema "Körperpflege" spart Boning nicht aus. Jemand, der mit der These "Mief sagt doch über den Charakter gar nichts aus" Erfolg hat, könne getrost Sonderkonditionen für sich beanspruchen, findet er. Seine Glaubwürdigkeit "beruhte nicht zuletzt darauf, dass ich authentisch war, sprich: die Doofen-Duftkluft auch nach Feierabend trug". Mit Olli Dittrich feierte Boning als "Die Doofen" u.a. mit der Single "Mief" Erfolge. Zu Beschwerden sei es nur selten gekommen, schreibt er: "Bei der Sendung 'Genial daneben' etwa ließ mich meine liebe Kollegin Hella von Sinnen nur nach vorherigem Schnuppertest neben ihr Platz nehmen."

Und nachdem Boning von einem traumatischen Campingplatz-Erlebnis berichtet - er war versehentlich in die Damen-Dusche geraten - schreibt er: "Um derartige Traumatisierungen zu vermeiden, nutzte ich Waschhäuser fürderhin nur im Notfall, etwa wenn ich in irgendeiner Sendung neben Hella von Sinnen sitzen sollte und mir eine Dusche für den Arbeitsfrieden unerlässlich erschien. Ansonsten versuchte ich, die Körperpflege im Zelt zu erledigen. (...)"