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Angriff auf Hilfskonvoi: USA geben Russland die Schuld

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SYRIA
Ein ausgebrannter LKW des Hilfskonvois bei Aleppo | Ammar Abdullah / Reuters
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  • Die USA geben Russland die Schuld am Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien
  • US-Geheimdienstkreise berichten, dass zwei SU-24 den Angriff geflogen haben sollen
  • Damit gibt es nur noch wenig Hoffnung auf eine neue Feuerpause

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben nach der Bombardierung eines Hilfskonvois bei Aleppo einen neuen Tiefpunkt erreicht. Eine Friedenslösung für Syrien rückt damit in weite Ferne.

Denn die US-Regierung glaubt, dass Russland für den Angriff auf den Hilfskonvoi verantwortlich ist. Alle Informationen deuteten darauf hin, dass die Fahrzeugkolonne aus der Luft angegriffen worden sei, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes am Dienstag.

Zwei SU-24 sollen den Angriff geflogen haben

Da die Rebellen in Syrien keine Flugzeuge hätten, könne der Angriff nur von der syrischen oder der russischen Luftwaffe geflogen worden sein, sagte Rhodes. Die Verantwortung trage letztlich Russland, das sich verpflichtet habe, Syrien zur Einschränkung seiner Luftangriffe zu bewegen.

Bei dem Angriff waren am Montag in der Provinz Aleppo nach Angaben des Roten Kreuzes etwa 20 Menschen getötet worden, die gerade dabei waren, die Lastwagen mit wichtigen Hilfslieferungen zu entladen.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert zudem zwei US-Regierungsvertreter, die von zwei russischen Kampfflugzeugen vom Typ SU-24 berichteten, die sich genau zum Zeitpunkt des Angriffs über dem Konvoi befunden hätten. Daher gehen US-Geheimdienste davon aus, dass Russland für den Angriff verantwortlich ist.

Russland spricht von "voreiligen und unbegründeten" Vorwürfen

Auch Augenzeugen, die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und eine weitere Aktivistengruppe, die örtlichen Koordinationskomitees, machen russische und syrische Kampfjets verantwortlich.

Russland weist jegliche Verantwortung zurück und spricht von "voreiligen und unbegründeten" Vorwürfen. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Ladung der Hilfsfahrzeuge sei in Brand geraten. Auch die syrische Regierung bestritt in einer Erklärung im syrischen Staatsfernsehen jegliche Beteiligung.

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, schätzt die Chancen für eine neue Feuerpause in Syrien gegenwärtig sehr gering ein. Russland trage nicht die Alleinschuld an der Lage in Syrien, sagte der SPD-Politiker dem "Mannheimer Morgen". "Einseitige Schuldzuweisungen sind nicht angebracht."

Hilfreich könne ein direktes Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin sein, sagte Erler.

Mit Material der dpa und der AP

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