Huffpost Germany

US-Außenminister platzt bei UN-Treffen der Kragen: "Wir versagen elendig"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JOHN KERRY
US-Außenminister platzt bei UN-Treffen der Kragen: "Wir versagen elendig" | Lucas Jackson / Reuters
Drucken
  • Die USA geben Russland die Schuld am Angriff auf einen UN-Konvoi in Syrien
  • US-Außenminister Kerry platzte nun vor dem UN-Sicherheitsrat der Kragen
  • Die ausgesetzten Hilfslieferungen sollen bald wieder anlaufen

Widerwärtig, barbarisch, vorsätzlich. Nicht nur bei UN-Generalsekretär Ban Ki Moon liegen die Nerven nach dem Anschlag auf den UN-Konvoi in Syrien blank. Auch im Weißen Haus herrscht Wut – die USA machen Russland für den brutalen Tod von 20 Menschen verantwortlich.

Der stellvertretende Nationale Sicherheitsbeauftragte des Weißen Hauses erklärte am Dienstag, Russland stecke hinter dem Angriff in der Provinz Aleppo. Auch die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Insider, die berichten, dass zwei russische Kampfjets zum Zeit der Bombardierung über dem Konvoi kreisten.

Die humanitäre Mission war zuvor mit Russland und der syrischen Regierung abgesprochen worden – beide Regierungen wussten also, wann die Lastwagenkolone an welchem Ort seien würde.

Bei der Debatte im UN-Sicherheitsrat rastete US-Außenminister John Kerry aus: "Angeblich habe wie alle das selbe Ziel. Das habe ich wieder und wieder gehört. Aber wir versagen elendig!"

"Ich möchte wirklich eine Anerkennung der Verantwortung. Das hier ist ein Moment der Wahrheit für Präsident Putin und für Russland", sagte Kerry.

Russland spricht von einem "Zwischenfall"

Russland streitet alles ab. "Wir sind empört über Versuche der russischen und syrischen Luftwaffe die Verantwortung für den Zwischenfall zu geben“, heißt es aus dem russischen Verteidigungsministerium.

Als "Zwischenfall“ will man den Angriff im Westen nicht verstanden wissen. "Unsere Wut über diesen Angriff ist enorm. Der Konvoi war das Ergebnis eines langen Verhandlungsprozesses mit dem Ziel, eingeschlossenen Menschen zu helfen“, sagte eine Sprecherin des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura.

Auch Kerry hat genug von den Ausflüchten des russischen Verteidigungsministers Lawrow: Wer diesem zuhöre, könnte meinen, dieser spreche aus einem Paralleluniversum.

Trotz der enormen Spannungen wollen die Vereinten Nationen ihre Hilfslieferungen in Syrien wieder aufnehmen. Mehrere Konvois sollen bereits am Donnerstag dringend notwendige Güter in betroffene Regionen bringen, sagte der Sprecher des UN-Büros für Nothilfekoordinierung, Jens Laerke, am Mittwoch. Wohin sie fahren werden, verriet er nicht. Er machte aber klar, dass sie nicht nach Aleppo gehen würden.

Auch auf HuffPost:

HuffPost-Live mit Henryk M. Broder: "Ich bewundere Erdogan"

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(bp)