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Kriminalität von Flüchtlingen geht stark zurück

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Die Kriminalität von Flüchtlingen geht stark zurück. | pixel1962 via Getty Images
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  • Die Zahl der von Zuwanderern begangenen Straftaten ist im ersten Halbjahr 2016 stark gesunken
  • BKA-Chef Holger Münch nennt als mögliche Ursache die Bemühungen um Integration
  • Im Rahmen der Terrorbekämpfung spricht sich Münch für eine Kooperationspflicht für „WhatsApp“ aus

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) ist die Zahl der von Zuwanderern begangenen Straftaten im ersten Halbjahr 2016 stark zurückgegangen. Die Fallzahlen sind von Januar bis Juni um 36 Prozent gesunken.

Gegenüber der Tageszeitung „Rheinische Post“ erklärte der Chef des BKA, Holger Münch, dass in der ersten Jahreshälfte 2016 insgesamt 142.500 Straftaten registriert worden seien, die durch Zuwanderer begangen wurden.

Dabei würden unverändert Vermögens- und Fälschungsdelikte, wozu auch das Schwarzfahren gehöre, den größten Teil der begangenen Straftaten ausmachen – nämlich 30 Prozent. Schwere Straftaten gebe es zwar auch, aber in deutlich geringerem Umfang.

Mehr zum Thema: Natürlich haben Flüchtlinge gefälschte Pässe - und das ist auch gut so

Münch: "Wir sehen also eine leichte Entspannung“

Wie die "Süddeutsche Zeitung" zudem berichtet, soll besonders die Zahl von Diebstählen und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zurückgegangen sein.

"Wir sehen also eine leichte Entspannung“, erklärte Münch. Als mögliche Ursache für den Rückgang der Kriminalität bei Zuwanderern nannte der BKA-Chef die Bemühungen um Integration. Auch die Tatsache, dass Flüchtlinge seltener in Massenunterkünften unterkommen, sieht Münch als konfliktmindernd.

BKA-Chef wünscht sich gesetzliche Kooperationspflicht für WhatsApp

Im Interview mit der "Rheinischen Post“ ging Münch auch auf die aktuelle Terrorbedrohung in Deutschland ein. Er sagte, dass die Bedrohungslage seit Langem sehr hoch sei.

Hierbei betonte er, dass im Kampf gegen Terroristen eine gesetzliche Kooperationspflicht für den Instant-Messaging-Dienst „WhatsApp“ und andere Provider hilfreich wäre.

"Es würde uns im nationalen Recht schon helfen, wenn die Anbieter von Telemediendiensten genauso wie in der klassischen Telekommunikation verpflichtet wären, Bestandsdaten vorzuhalten und auskunftspflichtig zu sein“, sagte Münch.

Das BKA müsse mehr in Ressourcen und Methodik investieren, um verschlüsselte Nachrichten knacken zu können, erklärte er. Denn die Verschlüsselung von Nachrichten sei mittlerweile Standard.

BKA-Chef regt Erweiterung der Befugnisse zur Online-Durchsuchung an

"WhatsApp zu nutzen ist einfach, WhatsApp zu überwachen ist für uns eine besondere Herausforderung“, sagte der BKA-Chef.

Münch regte zugleich auch eine Erweiterung der Befugnisse zur Online-Durchsuchung an. Diese sei zwar zur Gefahrenabwehr ausdrücklich erlaubt, nicht aber zur Strafverfolgung. "Hier wünschte ich mir auch eine klare Regelung für den Bereich der Strafverfolgung", sagte Münch.

Mit Material von dpa.

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