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Chinas Raumstation ist "außer Kontrolle" und wird bald auf der Erde einschlagen

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Das chinesische Raumlabor "Tiangong-1" bei seinem Start im Jahr 2011. | ASSOCIATED PRESS
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  • Chinas Raumlabor "Tiangong-1" soll in der zweiten Hälfte von 2017 zurück auf die Erde fallen
  • Tiangong-1 startete im Jahr 2011 ins All
  • Experten befürchten, das Raumlabor könnte unkontrolliert abstürzen

Kurz bevor China am 15. September sein zweites Raumlabor "Tiangong-2" ins All schickte, gab die Vizedirektorin des chinesischen Raumfahrtprogramms, Wu Ping, bekannt, der Vorgänger von "Tiangong-2" werde im kommenden Jahr auf die Erde stürzen.

Schon Monate vor der Bekanntgabe des erwarteten Absturzes gab es in Medien bereits Spekulationen darüber, ob China nach einem technischem Fehler die Kontrolle über "Tiangong-1" (zu deutsch: "Himmelspalast") verloren haben könnte und das Raummodul, das 2011 seine Mission im All gestartet hat, somit unkontrolliert auf die Erde fallen könnte.

Jonathan McDowell, Astrophysiker am renommierten "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics", sagte laut der britischen Zeitung "The Guardian", dass Chinas Bekanntgabe des Absturzes von "Tiangong-1" darauf hindeute, dass China tatsächlich die Kontrolle über das Weltraum-Modul verloren habe und der Fall auf die Erde nicht geplant geschehe.

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McDowell: Das Raummodul könnte auf der Erde Schaden anrichten

Sollte das der Fall sein, dann wäre es kaum möglich, eine genaue Voraussage zu treffen, wann und wo das Modul landen wird, erklärt McDowell.

Nach Ansicht des Astrophysikers besteht also die Chance, dass Teile des Raummoduls bei dem Absturz Schäden anrichten könnten, wenn auch wahrscheinlich keine großflächigen.

Die Vizedirektorin des chinesischen Raumfahrtprogramms betonte hingegen, dass "Tiangong-1" "zurzeit intakt" sei. Tatsächlich sei das Raumlabor bereits anderthalb Jahre länger auf seiner Mission als zunächst angedacht und habe so wichtige Beiträge zu Chinas bemannter Raumfahrt geleistet.

China will das Raumlabor genau beobachten

"Unseren Analysen und Berechnungen zufolge werden die meisten Teile des Raumlabors während des Falls verbrennen“, sagte Wu Ping laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Laut Wu ist es deshalb unwahrscheinlich, dass das Modul bei seinem Fall den Flugraum beeinflussen oder Schäden auf der Erde verursachen würde.

China wolle aber beobachten, ob eine mögliche Kollision mit Objekten auf der Erde bevorsteht.

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(lk)