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Psychologen erklären: Warum uns die Trennung von "Brangelina" so nahe geht

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BRAD ANGELINA
Warum uns die Trennung von "Brangelina" so nahe geht | Fabrizio Bensch / Reuters
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Brad Pitt und Angelina Jolie: Sie waren seit zehn Jahren das ultimative Paar - zumindest in der Presse. Nachdem sie nun ihre Scheidung bekannt gegeben haben, ist "Brangelina“, das erste Paar mit einem eigenen Pärchennamen, Geschichte.

Sie waren das vielleicht bekannteste Paar der Welt. Sie waren das Vorzeige-Paar. Nicht zuletzt deshalb geht uns ihre Trennung so nahe. Doch im Interview mit der Huffington Post verraten Psychologen, wieso wir uns "Brangelina" nicht als Vorbild nehmen sollten.

Traumhochzeit, Kinderglück und die große Karriere

Bis zum heutigen Tag haben wir mehr oder weniger freiwillig alle großen Momenten in der Geschichte von Brad und Angelina verfolgt: Der Beginn der Leidenschaft inklusive Untreue-Gerüchten, die Adoption von drei Kindern, die Geburt eines kleinen Mädchens und ihrer Zwillinge, die Hochzeit, der Kauf eines Anwesens in Südfrankreich, ihr Engagement für Leidende auf der ganzen Welt und natürlich ihre Leinwand-Karriere.

Beide sind zum Umfallen schön, großzügiger als jeder Andere und unglaublich intelligent. Bis jetzt schwammen die Beiden sozusagen im Glück.

Zum Beispiel 2014 bei ihrer Hochzeit - weit weg von Kameras. Auf dem Kleid von Angelina waren Zeichnungen ihrer Kinder gedruckt, außerdem spendeten sie den Erlös aus dem Verkauf ihrer Hochzeitsfotos an wohltätige Organisationen.

Schwer, das noch zu überbieten. Vor allem im echten Leben ist es unmöglich, noch toller zu sein als die Beiden, denn Brad und Angelina sind weit weg vom täglichen Leben eines Durchschnittsmenschen.

Ein Schicksal, weit weg von unserem

"Die Paare, die ich berate, nehmen sich - statt beispielsweise ihren Nachbarn oder ihren Eltern - oft Promi-Paare als Vorbilder“, erklärt Camille Rochet, Psychologin für Paartherapie, im Interview mit der Huffington Post.

Denn, die Probleme von Paaren sind grundsätzlich universell: Entfremdung, Untreue, Trägheit. Es ist jedoch schwer zu behaupten, dass diese Paare wirklich das Gleiche durchleben wie Angelina Jolie und Brad Pitt.

"Geld verändert alles. Promis stehen zwar vor dem gleichen Problem wie wir, aber das Ausmaß ist etwa 150 Mal größer“, bestätigt auch Alice de Lara, Paartherapeutin, im Interview mit der Huffington Post.

Für Promi-Paare gelten oft andere Regeln als für uns

Die Berühmtheit des Paares führt zugleich dazu, dass wir uns leichter von ihnen distanzieren können. "Legendäres Paar“ heißt nicht gleich "Vorzeige-Paar“. Und obwohl die Scheidung von Angelina und Brad schon viel Tinte verbraucht hat, werden unsere kleinen Herzen nicht übermäßig bluten.

"Trotz ihres Erfolgs und ihres Charismas verkörpern sie nicht das Modell eines Paars, dem man folgen möchte“, erklärt Alice de Lara weiter. Ihr Alltag ist sehr weit weg von unserem. Zu reich, zu schön, zu perfekt.

Jetzt sind Angelina und Brad getrennt. Und wir fühlen uns ihnen wieder näher. "Scheidungen und Untreue bei Promi-Paaren sind ein weit verbreiteter Trend und erregen mehr Aufmerksamkeit als jene Promi-Beziehungen, die dauerhaft halten“, bemerkt Camille Rochet. Wir fühlen uns daher gerade im Schmerz mit Promis verbunden.

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Bestimmte negative Erfahrungen können uns dahingehend beeinflussen, Stars als Vorbild zu sehen. "Trauer und Krankheit sind die Momente, in denen man sich den Stars näher fühlen kann“, erklärt Rochet weiter. "Wir wissen, dass Geld nichts an der Situation ändert, wir durchleben hier dasselbe. Genau das ist auch passiert bei der Krankheit und dem Tod von René Angelil, dem Ehemann von Céline Dion.“

Eine Fiktion im wahren Leben

Bei Scheidungen können die Gedankengänge allerdings unter Umständen auch andere sein: Wenn man Geld und Erfolg auf seiner Seite hat, denkt man, ist es unmöglich, die gleichen Probleme wie bei einer "normalen“ Scheidung zu haben.

"Leben sie nur in Angst vor Einsamkeit, vor dem Zölibat? Sie besitzen ja eigentlich alles, weswegen diese Ängste lächerlich wirken. Es gibt diese Vorstellung, dass eine Scheidung bei Stars eigentlich nicht so schlimm ist. Weil das Geld alles regeln kann“, resümiert Camille Rochet.

Distanz und Nähe zeichnen unser Verhältnis zu Stars aus. Wir fühlen uns ihnen in gewissen Situationen verbunden, schließlich haben wir auch alle schon einmal eine Trennung durchlebt. Andererseits distanzieren wir uns auch von ihnen, weil ihr Leben so weit von unserem weg ist.

Schlussendlich liest sich die Liebesgeschichte von Angelina Jolie und Brad Pitt sehr gut auf dem Hochglanzpapier. Unter dem Zwang der Perfektion verkörpern die Stars ein Bild fernab vom "normalen Leben". Menschen, deren Leben wir bis ins Detail verfolgen können. Ein bisschen wie auf der großen Leinwand. Und das lieben wir.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post Frankreich und wurde von Hanna Weil aus dem Französischen übersetzt.

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