Huffpost Germany

AfD-Spitzenkandidat im Saarland soll Nazi-Orden und "KZ-Geld" verkauft haben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MUELLER NERSTHEIMER
AfD-Spitzenkandidat im Saarland soll Nazi-Orden und "KZ-Geld" verkauft haben | dpa
Drucken
  • Laut Medienberichten soll AfD-Spitzenkandidat Rudolf Müller Nazi-Orden verkauft haben
  • Müller tritt im Saarland als Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl an
  • In Berlin droht zudem dem AfD-Abgeordneten Kay Nerstheimer der Parteiausschluss

Wieder einmal erschüttert ein Nazi-Skandal die AfD: Der saarländische AfD-Spitzenkandidat Rudolf Müller soll laut eines „Stern“-Berichts Nazi-Orden und Geld aus Konzentrationslagern verkaufen.

Der 65-Jährige, der im Saarland als Kandidat der AfD bei der Landtagswahl antritt, betreibt in Saarbrücken ein Antiquitätengeschäft.

Der "Stern“ berichtet, einen Testkäufer in Müllers Geschäft geschickt zu haben, nachdem das Magazin von Gerüchten gehört hatte, Müller würde NS-Devotionalien verkaufen.

Müller soll "KZ-Geld" und Nazi-Orden haben

Der Testkäufer soll daraufhin einen Geldschein aus dem Konzentrationslager Theresienstadt erworben haben, das unter Historikern als "Lagergeld“ bekannt ist und der AfD-Politiker unter dem Titel "KZ-Geld“ angeboten haben soll.

Müller soll dem Testkäufer zudem etliche Orden, Medaillen und Verdienstkreuze gezeigt haben, auf denen teilweise Hakenkreuze abgebildet waren.

Auch ein Testkäufer des ARD-Magazins "Panorama" soll einen Verdienstorden mit Hakenkreuz bei Müller erworben haben.

Der Verkauf von NS-Devotionalien ist in Deutschland verboten. Gegenüber des ARD-Magazins soll Müller allerdings behauptet haben, dass er das nicht gewusst habe.

AfD soll über Ausschluss von Kay Nerstheimer beraten

Auch in Berlin nimmt der Druck auf einen der frisch gewählten AfD-Abgeordneten zu. Nach Informationen der "FAZ" will der AfD-Bundesvorstand auf seiner nächsten Sitzung über einen Parteiausschlus von Kay Nerstheimer beraten

Nerstheimer hatte bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl das Direktmandat in dem Ostberliner Unterbezirk Lichtenberg gewonnen. Der frisch gewählte AfD-Abgeordnete hat eine rechtsextreme Vergangenheit.

AfD-Mann mit rechtsradikaler Vergangenheit

So hatte er beispielsweise der rechten "German Defence League" angehört, die der Bremer Verfassungsschutz als rechtsextrem und islamfeindlich eingestuft hat.

Auch auf Facebook soll Nerstheimer lange Zeit rechtsextreme Aussagen verbreitet und gegen Asylbewerber gehetzt haben. Zudem soll er in Facebook-Posts Homosexuelle diskriminiert haben. Die Facebook-Seite ist mittlerweile gelöscht.

Der AfD-Landesvorsitzende Georg Pazderski sagte gegenüber der FAZ, dass auch die künftigen Mitglieder der Berliner AfD-Fraktion über den Fall Nerstheimer beraten wollen. Demnach heiße es in Parteikreisen, dass ranghohe Fraktionsmitglieder eine Fraktion ohne Nerstheimer anstreben würden.

Alice Weidel, AfD-Bundesvorstandsmitglied, hat laut "FAZ" bereits den Parteiausschluss Nerstheimers nahegelegt.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(lp)