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UN stellen nach Angriff auf Konvoi Hilfslieferungen in Syrien ein

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SYRIA
Ein bombardierter Hilfskonvoi in Syrien | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Ein Hilfskonvoi wurde am Montag südwestlich von Aleppo von Bomben getroffen
  • Bei dem Angriff kamen zwölf Menschen ums Leben
  • Wer den Konvoi angriff, ist bislang unklar

Nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi in Syrien haben die humanitären Organisationen der UN alle Hilfsgütertransport in dem Land gestoppt. Vor einer Entscheidung über die Wiederaufnahme der Hilfe für Zehntausende Syrer müsse die Sicherheitslage der UN-Mitarbeiter geprüft werden, erklärte das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) am Dienstag in Genf.

Sollte sich herausstellen, dass der Angriff am Montag gezielt erfolgte, wäre dies ein Kriegsverbrechen, erklärte OCHA-Chef Stephen O'Brien. Der Konvoi war laut UN-Angaben in dem Ort Orem al-Kubra südwestlich von Aleppo von Bomben getroffen worden. Dabei seien zwölf Menschen umgekommen.

Bisher ist unklar, wer den Konvoi angriff

Der Konvoi wurde in dem Ort Orem al-Kubra südwestlich von Aleppo von Bomben getroffen, sagte der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brian. 18 von 32 Lastwagen seien zerstört worden. Insgesamt starben bei den Luftangriffen nach Angaben von Aktivisten mindestens 36 Menschen, davon 12 bei dem Luftangriff auf den Hilfskonvoi.

Zur Frage, wer den Konvoi angriff, gab es zunächst keine Angaben. Aktivisten machten Syriens und Russlands Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich. Ein US-Regierungsbeamter erklärte, nur Russland oder das syrische Regime könnten hinter dem Angriff stehen.

Mehr zum Thema: Nach irrtümlichem Bombenangriff in Syrien: Schweres Zerwürfnis zwischen USA und Russland

"Es war kein Luftangriff von unserer Koalition. Das lässt nur zwei Möglichkeiten für Länder offen, die in Syrien operieren." Russland sei in jedem Fall verantwortlich. Es liege nun an Moskau, zu zeigen, dass man noch ein Interesse an der Ernsthaftigkeit des Anliegens habe. Der Beamte, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach von einer "abscheulichen Attacke".

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Das Wrack eines Wagens aus dem beschossenen Hilfskonvoi.

Syriens Armee hatte kurz vor dem Angriff die Waffenruhe für das Bürgerkriegsland nach einer Woche für beendet erklärt und wieder heftige Luftangriffe auf Rebellengebiete im Norden geflogen.

Syrische Armee fliegt Dutzende Angriffe

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Montagabend von mehr als 40 Bombardierungen in der Großstadt Aleppo und ihrem Umland. Die Regierung und die Rebellen gaben sich gegenseitig die Schuld am Ende der Waffenruhe.

Für Hunderttausende notleidende Zivilisten in belagerten Städten schwanden damit die Hoffnungen, mit Hilfsgütern versorgt zu werden. Nur einige Konvois erreichten vor dem Ende der Waffenruhe ihre Ziele.

Die syrische Armeeführung begründete die Wiederaufnahme der Luftangriffe mit Angriffen der Rebellen. "Bewaffnete terroristische Gruppen" hätten sich nicht an die Umsetzung der Abmachung gehalten, teilte die Armee nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana mit.

Nach sieben Tagen Waffenruhe sollte eigentlich die nächste Stufe der Vereinbarung zwischen den USA und Russland umgesetzt werden. Diese sah vor, dass beide gemeinsam und koordiniert gegen Terrorgruppen vorgehen, etwa die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder die Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra), die eng mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist.

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