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Videos heizen Streit um Angriff auf UN-Konvoi in Syrien an

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KONVOI
Videos heizen Streit um Angriff auf UN-Konvoi in Syrien an | RT / Screenshot
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  • Nach dem Angriff auf einen UN-Hilfskonvoi ist der Waffenstillstand in Syrien so gut wie gescheitert
  • Alle Parteien geben sich gegenseitig die Schuld an der Bombardierung
  • Nun taucht Videomaterial auf, das die Spekulationen anheizt

Als Reaktion auf die Bombardierung eines UN-Hilfskonvois im Norden Syriens haben die Vereinten Nationen alle Hilfsgütertransporte in dem Bürgerkriegsland gestoppt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete den Angriff als "widerlich“.

Erneut entbrennt zwischen den in Syrien präsenten Mächten ein Streit um die Verantwortung für den Anschlag. Ein Streit, unter dem wohl vor allem die syrische Bevölkerung zu leiden haben wird.

Mehr zum Thema: UN stellen nach Angriff auf Konvoi Hilfslieferungen in Syrien ein

Denn die Feuerpause ist – trotz Versuchen der internationalen Gemeinschaft das Waffenstillstand zu retten – wohl spätestens seit heute Geschichte. Nun heizen verschiedene Videoaufnahmen die Schuldfrage weiter an.

Weißhelm-Mitarbeiter gibt Russland Mitschuld

Russland teilte mit, man sehe kaum Chancen für eine rasche Erneuerung der Waffenruhe. Die Lage in dem Bürgerkriegsland sei extrem gespannt und löse Besorgnis aus, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Damit die Waffenruhe doch noch gerettet werden könne, müssten die Angriffe von Rebellen auf die syrische Armee aufhören.

Regimegegner machten für die tödliche Bombardierung des UN-Konvois hingegen die syrische und russische Luftwaffe verantwortlich. Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Weißhelme erklärte in einem Internetvideo, ein Hubschrauber der syrischen Luftwaffe habe Fassbomben abgeworfen.

Russland präsentiert anderes Narrativ

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies jede Verantwortung zurück. "Weder die russische noch die syrische Armee hat einen Luftangriff auf den UN-Konvoi bei Aleppo geflogen", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow der Agentur Interfax zufolge.

"Wir haben Videoaufzeichnungen geprüft und keine Anzeichen festgestellt, dass die Wagenkolonne von Munition - welcher Art auch immer - getroffen wurde.“ Er fügte hinzu: "Alles, was wir im Video gesehen haben, ist eine direkte Folge eines Brandes.“

Zudem veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ein Video, über das auch die staatsnahe Nachrichtenseite "Russia Today" berichtet. "UN-Hilfskonvoi in Aleppo wurde von Terroristen verfolgt", schreibt "RT Deutsch“.

UN-Mission zu militärischem Zweck?

Die Aufnahmen sollen eine Autokolonne der UN zeigen. Begleitet werde dieser von einem "Geländewagen der Terroristen“. Der Sprecher des russischen Verteidigungsamtes sagte zu den Aufnahmen: "Auf dem Video ist gut zu sehen, dass die Terroristen zusammen mit der Autokolonne einen Pickup mit einem Granatenwerfer großen Kalibers umverlegen.“

Mit den Bildern will Russland offenbar den Eindruck erzeugen, die UN-Hilfsmission habe in Syrien militärische Ziele verfolgt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht das entschieden anders. Er sagte zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York: "Die Helfer, die dort lebensrettende Güter lieferten, waren Helden. Diejenigen, die sie bombardierten, waren Feiglinge."

Mit Material der dpa

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(bp)