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Psychologin erklärt: Darum solltet ihr eure Kinder nicht fragen, wie es in der Schule war

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KIDS SCHOOL PARENTS
Darum solltet ihr eure Kinder nicht fragen, wie es in der Schule war. | Comstock via Getty Images
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"Wie war die Schule?" Diese Frage stellen wohl viele Eltern fast täglich ihren Kindern. Und nicht selten ist die einsilbige Antwort: "Gut". Begleitet von einem genervten Blick, der signalisiert: "Lass mich in Ruhe".

Die amerikanische Psychologin Lisa Damour hat nun in der renommierten amerikanischen Zeitung New York Times einen Artikel veröffentlicht, in dem sie erklärt, warum wir aufhören sollten, diese für alle Beteiligten quälende Frage zu stellen.

Demnach ist es nämlich nicht so, dass Kinder und Teenager mit ihrer kurzen Antwort ein Geheimnis verbergen wollen, wir Erwachsenen vergessen nur einfach oft, wie anstrengend ein Schultag sein kann.

Kinder sind oft erschöpft, wenn sie nach Hause kommen

In den allermeisten Fällen seien die Kids laut Damour einfach nur erschöpft – körperlich, geistig und emotional. "Sie mögen in der Schule Spaß mit ihren Freunden haben, aber sie sind auch dazu gezwungen, mit Menschen Zeit zu verbringen, die sie sich nicht ausgesucht haben“, schrieb Damour in ihrem Beitrag.

Das sei in etwa vergleichbar damit, wenn Erwachsene neun Monate jährlich in Ganztags-Meetings mit zwanzig zufällig ausgewählten Kollegen sitzen müssten, deren einzige Gemeinsamkeit das Alter sei. Wenn wir ehrlich sind, klingt das auch nicht besonders erquickend.

Jeder, der nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, weiß, dass man sich schöneres vorstellen kann, als Wort für Wort nachzuerzählen, was den ganzen Tag im Büro passiert ist. Meistens möchte man einfach nur seine Ruhe haben und an etwas anderes denken.

So trifft man sich in der Mitte

So geht es auch Schülern. Der Vorschlag der Psychologin ist nun folgender: Statt die Jugendlichen dazu zu drängen, jedes Detail ihres Tages auszubreiten, sollte man einen Kompromiss eingehen.

So führen spezifischere Fragen öfter zum Erfolg, wenn es darum geht, den bockigen Teenager zum Reden zu bringen. Statt zu fragen "Wie war die Schule?" sollten Eltern nach Details fragen.

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"Wie läuft die Gruppenarbeit?" ist viel einfacher zu beantworten, als die allgemeine Frage nach der Schule. Noch besser allerdings wäre es laut Damour einfach, darauf zu warten, dass die Kinder selbst ein Thema auf den Tisch bringen. Dann sei die Wahrscheinlichkeit am höchsten, ein Gespräch in Gang zu bringen.

Der beste Tipp der Psychologin

Und die Psychologin gibt einen weiteren Tipp: Viele Jugendliche wollen sich einfach nur über ihren Tag beschweren, ein bisschen jammern und erwarten gar keinen Rat. Meistens helfe es schon, ihnen zuzuhören und keine gut gemeinten Ratschläge zu erteilen.

"Als ich letztens in einer Schule war, fragte ich die Schüler, was ich ihren Eltern sagen soll. Ein Mädchen meldete sich und sagte: 'Wenn ich mich über meinen Schultag beschwere, dann sollten sie einfach nur sagen: 'Oh Gott, das ist ätzend'", schreibt Damour.

Mehr braucht es manchmal gar nicht.

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(lm)