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In dieser Szene zeigte sich, dass das neue "Jenke-Experiment" krachend gescheitert ist

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FUEHLE MOCH KONTROLLIERT
Jenke im Gefängnis | RTL Screenshot
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  • Für seine neueste Folge des "Jenke-Experiments" ließ sich der RTL-Reporter in ein Gefängnis sperren
  • Der Selbstversuch scheitert jedoch aus zwei Gründen

Mit oft umstrittenen Selbstversuchen möchte Jenke von Wilmsdorff in seiner "RTL"-Show "Das Jenke-Experiment" seine Zuschauer über Extremsituationen aufklären. Wie ist es, harte Drogen zu nehmen? Was passiert mit Menschen, die dement sind?

Und nun in der vierten Folge also: Wie fühlt es sich an, im Gefängnis zu stecken?

Für zwei Wochen hat sich Jenke dafür in die Justizvollzugsanstalt Bremervörde einschließen lassen. Wie ein normaler Häftlinge wollte er dort leben: Tagsüber Arbeit in der Hofkolonne, abends einsam in der Einzelzelle.

Um so dem Zuschauer sagen zu können: So fühlt sich das also, im Knast zu sitzen.

Aufgeblasene Dramatik

Blöd nur: Als Selbstexperiment scheitert diese Folge grandios. Denn bei den Dreharbeiten ist Jenke natürlich nie allein, immer ist ein Kameramann dabei. Ein "strukturelles Problem", wie auch das Nachrichtenmagazin "Focus Online" in seiner TV-Kritik feststellt. Wie die Isolation an einem Gefängnisinsassen nagt, kann Jenke also gar nicht beurteilen.

Das fällt auch Jenke auf. Um die Situation im Gefängnis doch noch näher an die Wirklichkeit zu rücken, versucht er es mit künstlicher Dramatik - und macht so alles schlimmer.

Besonders peinlich wurde es in einer SZene: Als Jenke davon erfährt, dass seine Zelle durchsucht wurde, während er am Arbeiten war, schauspielert er Betroffenheit: "Ich fühle mich kontrolliert!“ Kaum ein Zuschauer nimmt ihm das wohl ab.

Ebenso gekünstelt, wirkt Jenkes dramatisches Gerede aus dem Off: "Ich bin im Knast. Eingesperrt allein unter Gangstern. Unter einem Dach mit Schwerverbrechern.“

Auf einem zweiten Weg hätte das "Jenke-Experiment“ doch noch funktionieren können. Immerhin hat der Reporter zwei Wochen lang Zeit, sich mit anderen Insassen zu unterhalten. Was macht das Gefängnis aus ihnen?

Statt Erkenntnissen nur Langeweile

Aber Jenke findet nichts heraus, dass man nicht schon längst über Haftstrafen wüsste. Dass viele Häftlinge nach ihrer Entlassung wieder Verbrechen begehen, ist keine echte Neuigkeit.

Die spannendste Szene ist da noch das Gespräch mit Harald Katsinski, der seit 36 Jahren im Gefängnis sitzt - sich eine Entlassung aber nicht mehr vorstellen kann. Zu groß ist die Angst, mit der Freiheit und all den Möglichkeiten, die sie mit sich bringt, überfordert zu sein.

Aber auch diese Geschichte beutet Jenke emotional aus, spricht vom Gefängnis als Katsinksis "Zuhause". Katsinski ist letztlich jedoch sicherlich ein Einzelfall - kein repräsentatives Beispiel.

Selbstexperimente sollen verblüffende Erkenntnis erzeugen. Im Fall der neusten Folge des "Jenke-Experiments“ aber ruft der Selbstversuch nur Gähnen und Langeweile hervor.

Mehr zum Thema: So verkauft euch RTL mit seinem Promi-Nackt-Format für dumm

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(lp)