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So zocken deutsche Banken die Ärmsten der Armen ab

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ARMUT DEUTSCHE BANK
Die Verbraucherzentrale mahnt sechs Bank wegen zu hoher Kosten beim Basiskonto ab | ullstein bild via Getty Images
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  • Die Verbraucherzentrale mahnt sechs Banken wegen zu hoher Gebühren beim Basiskonto ab
  • Seit Juni sind die Banken verpflichtet, sozial schwachen Kunden ein Basiskonto anzubieten
  • Gerade bei diesem Konto erheben die Kreditinstitute teilweise höhere Kosten als bei einem normalen Bankkonto

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hat die Verbraucherzentrale sechs Banken wegen zu hoher Gebühren beim Basiskonto abgemahnt.

Seit Juni diesen Jahres sind die Institute durch das Zahlungskontengesetz verpflichtet, jedem Menschen in Deutschland ein Konto anzubieten. Das sollte es Asylbewerbern, Obdachlosen und überschuldeten Menschen ermöglichen, ein Konto zu eröffnen. Zuletzt hatten 600.000 Menschen hierzulande kein Bankkonto, schreibt die "SZ".

Diese sechs Banken erheben zu hohe Kosten

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale verstoßen jedoch sechs Banken gegen die Richtlinien des Gesetzes. Diese besagen unter anderem, dass die Gebühren "angemessen und marktüblich" sein müssen.

Dem Bericht der "SZ" zufolge, kommen die Deutsche Bank, die Postbank, die Targobank, die Sparkasse Holstein, die Volksbank Karlsruhe und die BBBank dieser Richtlinie nicht nach.

So erheben sie für das Basiskonto teilweise ein hohes monatliches Grundentgelt, teilweise verlangen sie hohe Kosten für Einzelposten wie beleghafte Überweisungen. Damit würden für Kunden des Basiskontos höhere Kosten entstehen als für Kunden mit einem normalen Konto.

Zudem bemängelt die Verbraucherzentrale, dass internetaffine Kunden bei den meisten Banken kein gesondertes, günstigeres Online-Basiskonto eröffnen können. Sie müssten dafür genauso viel zahlen wie für ein normales Konto.

"Die Banken wollen diese Menschen nicht als Kunden"

Die Finanzmarktreferentin der Verbraucherzentrale, Christina Buchmüller, kritisiert die Banken wegen der hohen Gebühren scharf. Eigentlich entstünde ihnen bei dem neuen Konto kein höheres Risiko, denn ein Dispokredit oder eine Kreditkarte sei im Basiskonto nicht enthalten. "Die Banken wollen diese Menschen nicht als Kunden haben", sagt Buchmüller gegenüber der "SZ".

Mehr zum Thema: Neues Gesetz: Das ändert sich ab heute für Bankkunden in Deutschland

Sie erklärt das Vorgehen der Banken damit, dass bei den neuen Kunden tendenziell mehr Beratung nötig sei, weil sie bisher kein Konto besessen hätten. Bei Asylbewerbern komme außerdem das Problem der Verständigung hinzu.

Wegen des hohen Ausfallrisikos bekommen die Kunden des Basiskontos außerdem keine Kredite. Damit verdienen die Banken derzeit aber am besten. Um zumindest einen kleinen Gewinn mit dem Basiskonto einzufahren, würden die Banken hohe Gebühren erheben, so Buchmüllers Erklärung.

Das Recht auf ein Basiskonto ist Teil des Zahlungskontengesetzes, mit dem die Bundesregierung eine EU-Richtlinie umgesetzt hatte.

Mit Material der dpa.

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(ben)