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Deutschlandfunk-Journalist nennt drei Gründe, warum Merkel nicht zur nächsten Wahl antritt

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ANGELA MERKEL WAVE
Es gibt drei gute Gründe, warum Merkel 2017 nicht mehr antritt | Sean Gallup via Getty Images
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  • Angela Merkel hat sich bisher nicht festgelegt, ob sie 2017 als Kanzlerin antritt
  • Der Deutschlandfunk nennt drei Gründe, warum sie es nicht tun wird

Angela Merkel hat auf die Kanzlerfrage bislang noch keine Antwort gegeben – tritt sie wieder an oder räumt sie im kommenden Jahr ihren Platz?

Das Schweigen Merkels schafft Platz für Spekulationen. Die Mehrheit der politischen Beobachter und der CDU-Mitglieder glaubt, dass die Kanzlerin erneut antritt. Stephan Detjen, Chefkorrespondent des Deutschlandradios, hält das allerdings für unwahrscheinlich.

Und er nennt drei gute Gründe dafür, dass Merkel nicht mehr antritt.

Die Gründe haben aber nichts mit der CSU oder der Opposition in der eigenen Partei zu tun - sondern laut Detjen liegt die Entscheidung über eine erneute Kandidatur bei Merkel selbst.

Der erste Grund

"Es gibt wahrscheinlich kaum einen Politiker oder eine Politikerin in diesem Land", sagt Detjen, "die so aus nächster Nähe beobachtet hat, wie Bundeskanzler in einer vierten Amtszeit [...] förmlich verglühen."

Detjen weist auf den Fall Helmut Kohl hin. "Ich glaube, das wollte sie dem Land, der Partei oder sich selber nie antun“, erklärt der Chefkorrespondent.

Mehr zum Thema: "Sie kann auch Gefühl": So beurteilt die Presse Merkels Auftritt nach der Berlin-Wahl

Der zweite Grund

Detjen ist überzeugt, dass Merkel eine Politikerin ist, die sich auch noch ein Leben jenseits der Politik wünscht. Er glaube nicht, dass sie nach einer vierten Amtszeit verbraucht aus der Politik herausgetragen werden wolle.

Detjen nennt ein Interview mit der Fotografin Herlinde Koelbl, in dem die Kanzlerin genau das gesagt habe. Sie wolle nicht nur für die Politik leben. Nach einer vierten Amtszeit wäre Merkel schon 67 Jahre alt.

Der dritte Grund

"Drittens – und das hat dann wieder mit der Flüchtlingspolitik zu tun – weiß sie natürlich sehr genau, dass ihre Kanzlerschaft in jedem Fall noch ein Jahr dauern wird“, erklärt Detjen. Im kommenden Jahr, so argumentiert der Journalist, könnte es so weit sein, dass Merkel ihre Politik an einen Punkt gebracht hat, an dem sie diese übergeben kann und an dem sie die wichtigsten Weichen gestellt hat.

Das betreffe sowohl das Türkei-EU-Abkommen, als auch ihre Gastgeberrolle beim G20-Gipfel in Hamburg, bei dem sie die Flüchtlingsdebatte noch einmal global auf die Agenda setzen könnte.

"Es würde mich nicht wundern, wenn Angela Merkel beim CDU Parteitag Anfang Dezember dieses Jahres erklären würde, dass sie nicht noch einmal antritt“, schließt Stephan Detjen.

Ist diese Analyse überzeugend? Viele Kollegen von Detjen sind anderer Meinung.

Nachdem sich die Kanzlerin am Montag zum Wahldebakel ihrer Partei in Berlin geäußert hatte, schrieb zum Beispiel der "Stern" in einem Kommentar: "Sie will es noch einmal wissen ... die CDU kann mit ihr als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im Herbst 2017 rechnen.“

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