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Kinderporno-Vorwurf: Katholischer Pfarrer hatte 46 Terabyte an brisanten Daten

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CHURCH PRIEST
Katholische Messe Godong / Getty Images | ViktorCap via Getty Images
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  • Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen einen Pfarrer wegen des Besitzes von Kinderpornografie
  • 46 Terabyte an beschlagnahmten Daten belasten den Geistlichen aus Braunsberdra
  • Die US-Sicherheitsbehörde FBI gab den Ermittlern den entscheidenen Hinweis

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus Sachsen-Anhalt wegen des möglichen Besitzes von Kinderpornographie. Bei dem Geistlichen wurden 46 Terabyte belastende Daten sichergestellt, wie jetzt bekannt wurde (das entspricht dem Datenvolumen von mehr als 9000 DVDs).

Der "Mitteldeutschen Zeitung" zufolge, kam der Hinweis von der US-Sicherheitsbehörde FBI bereits im vergangenen April. Die Ermittler seien auf einen Zusammenhang zwischen einer entsprechenden Internetseite und dem Geistlichen gestoßen und hätten darauf die deutschen Behörden benachrichtigt.

46 Terabyte brisanter Daten beschlagnahmt

Die Auswertung der beschlagnahmten Daten wird wohl mehrere Monate beanspruchen.

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Der Geistliche aus der Stadt Braunsbedra hat sich bis jetzt zu den Vorwürfen nicht geäußert. Das Bistum hat den betroffenen Pfarrer beurlaubt und von seinen seelsorgerischen Pflichten entbunden. Er sei "nicht mehr vor Ort".

Der Pfarrer betreute Messdiener und Konfirmanden

Eine Frau aus dem Gemeinderat erklärte der "MZ" außerdem, dass der Pfarrer junge Messdiener sowie Konfirmanden betreute. Der Verdacht einer pädophile Neigungen sei innerhalb der Gemeinde nie aufgekommen. Er habe sich außerdem stark für Asylsuchende im Landkreis engagiert.

Der zuständige Staatsanwalt Dennis Cernota erklärte der Mitteldeutschen-Zeitung, es gäbe keine Hinweise darauf, dass der Pfarrer sich jemals Kindern "unsittlich genähert haben könnte".

Bislang gab es in dem Fall keine Verhaftung. Die Auswertung der gigantischen Datenmenge wird über den weiteren Verlauf des Verfahrens entscheiden.

Papst Franziskus hat schon vor längerer Zeit angekündigt, verstärkt gegen Missbrauch in der Kirche vorgehen zu wollen.

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