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Gregor Gysi peilt rot-rot-grüne Koalition im Bund an: "Wir müssen die AfD überflüssig machen"

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Gregor Gysi peilt rot-rot-grüne Koalition im Bund an: "Wir müssen die AfD überflüssig machen" | Fabrizio Bensch / Reuters
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Der Linken-Politiker Gregor Gysi hat sich für ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene ausgesprochen. Dies sei nötig, um die AfD "überflüssig zu machen".

Gysi sagte der Huffington Post: "Die Linke muss dabei für einen sozialen Schub sorgen, damit wir der AfD die Grundlage entziehen können. Dann glaube ich, dass viele Wählerinnen und Wähler der AfD wieder den Rücken kehren werden. Sonst erleben wir einen Rechtsrutsch, den ich nicht erleben will."

Die Union müsse zu diesem Zweck in die Opposition geschickt werden, "damit sie wieder konservativer werden kann". Dies sei der zweite nötige Schritt, um die AfD-Wähler wieder zu "integrieren".

Große Koalition könnte ein Auslaufmodell sein

Die Forderung nach Rot-Rot-Grün auf Bundesebene kommt nach der für die CDU äußerst enttäuschenden Wahl in Berlin. Im Berliner Abgeordnetenhaus bahnt sich nach dem 17,6-Prozent-Debakel der Christdemokraten bereits jetzt eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen an.

Auch auf Bundesebene könnte die Große Koalition ein Auslaufmodell sein. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte in der "Bild am Sonntag" erklärt: "Die Union kann nicht mehr zukunftsfähig regieren."

Gabriel sagte weiter: "Das bedeutet, dass es eine Mehrheit diesseits der Union braucht, wie Willy Brandt mal gesagt hat. Denn Deutschland kann nicht auf Dauer im Streit regiert werden."

Neben einer rot-rot-grünen Regierung, spekulieren viele Beobachter auch über eine mögliche schwarz-grüne Koalition als Modell für 2017.

Mehr zum Thema: 5 Zeichen, dass sich Schwarz und Grün auch im Bund annähern

Linke verliert Status als Protestpartei

Gysi sagte der Huffington Post: "Bei einer rot-rot-grünen Koalition im Bund erwarte ich, dass sich die SPD mit der Agenda 2010 kritisch auseinandersetzt. Die Sanktionen bei Hartz-IV müssen abgeschafft und die Leiharbeit überwunden werden."

Für die starke Wählerwanderung von der Linkspartei zur AfD macht Gysi den Verlust des Status als Protestpartei verantwortlich.

"Die Linkspartei wird nicht mehr als die Protestpartei gesehen, die sie mal war. Wir sind in der Regierung in Brandenburg und stellen den Ministerpräsidenten in Thüringen", so Gysi. Die Linken seien für viele Menschen keine Partei mehr, "die man wählt, wenn man nur seine Unzufriedenheit ausdrücken möchte."

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin hatte die Linke zuletzt 12.000 Stimmen an die AfD verloren.

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(bp)