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Test enthüllt: So dreist zocken die Wiesn-Wirte ihre Kunden ab

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WIESN BEER
Munich, Bavaria, Germany, Europe | Dan Herrick via Getty Images
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  • Ein Test auf dem Oktoberfest zeigt, wie viel Bier Wirte wirklich den Kunden ausschenken
  • Ein Verein fordert nun, dass die Wirte den Bierpreis senken

Hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt reisen jedes Jahr nach München, um das Oktoberfest zu besuchen. Neben den zahlreichen Fahrgeschäften und dem traditionell bayerischen Essen, sind die meisten Besucher vor allem an einem interessiert: dem bayerischen Bier.

Was die meisten dabei nicht wissen: Meist enthält eine Oktoberfestmaß nicht einen Liter Bier. Wirte schenken dabei absichtlich zu wenig Bier ein. Doch wie groß ist der Schwindel mit den Wiesn-Maß wirklich?

Dieser Frage ging der "Münchner Verein gegen betrügerisches Einschenken" jetzt nach. Die Tester kamen zu einem ernüchternden Ergebnis: Wie "Focus Online" berichtet, sei die Wahrscheinlichkeit eine echte Maß mit einem Liter Bier zu bekommen, so hoch "wie ein Gewinn im Lotto".

"Ein Mehrverdienst von sechs Millionen Euro"

Zwar gebe es seit 2001 eine Toleranzgrenze von 0,1 Litern, doch häufig waren nur 0,8 Liter in den Krügen. Mitglieder des Vereins bestellten insgesamt 96 Maß Bier in 12 der 13 großen Wiesnzelte. In keinem Fall bekamen sie eine volle Maß.

Dass die Wiesnwirte sich nicht immer an die Vorgaben halten, ist schon länger bekannt. Wie der "Verein gegen betrügerisches Einschenken" gegenüber "Focus Online" erklärte, bringe das sparsame Ausschenken den Wirten schätzungsweise einen Mehrverdienst von sechs Millionen Euro ein.

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Doch es gibt auch eine gute Nachricht: "Die Schankmoral hat sich verbessert", sagte Jan-Ulrich Bittlinger dem Nachrichtenportal. Der Präsident des Vereins erklärte, dass vor einigen Jahren die Gäste wohl noch stärker betrogen wurden. Im Jahr 2001 seien sogar nur 0,7 bis 0,8 Liter Bier in den Krügen gewesen. Der Druck des Vereins habe "bei diesem Thema gewirkt".

Weniger Bier, höherer Preis

Der Preis für die Maß Bier steigt Jahr für Jahr an. Vergangenes Jahr knackten die Wirte zum ersten Mal in der Geschichte des Oktoberfests die Zehn Euro Marke. Ein Skandal, wenn man bedenkt, dass man für einen Liter bezahlt, allerdings bis zu 0,2 Liter weniger Bier für sein Geld bekommt.

Mehr zum Thema: Wiesn-Webcam: Oktoberfest im Live-Stream sehen - so viel ist los

Die Schuldigen sind laut Vereinspräsident Bittlinger jedoch nicht nur die Wiesnwirte und Schankkellner. Gegenüber "Focus Online" beklagte er, dass die Landeshauptstadt München zu lax auf die schlechte Schankmoral der Wiesnwirte reagiere.

Der Verein fordert als erste Maßnahme eine Preissenkung beim Bier - für die nicht-vollen Biere sei ein Preis von rund sieben und nicht zehn Euro angemessen.

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(ben)