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Audi TT RS Coupé: Auto zum Racen

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Audi TT RS Coupé: Beeindruckend auf der Rennstrecke

Wer genau hinschaut, sieht es dem neuen Audi TT RS Coupé schon von außen an. Hier steht ein rennsporttaugliches Straßenauto, das sich gar nicht erst um Zurückhaltung bemüht. Riesige, markant geschnittene Lufteinlässe und knapp über der Fahrbahn den Asphalt geradezu aufsaugende Spoiler verleihen dem Gesicht sportliche Dynamik. Der feststehende Heckflügel suggeriert permanente Notwendigkeit und zwei ofenrohrartige Auspuffenden deuten an, dass der Abgasstrom hier ungebremst nach außen drängt. Der Spoiler kann als Option auch ein- und ausfahrbar geordert werden. Aber wozu? Die besonders beim Rauf- oder Runterschalten entstehende Klangkulisse lässt sich nicht in Worte fassen. Das kurze, infernalische Zischen beim Gangwechsel ist der pure Genuss, der mit der optionalen RS-Sportabgasanlage per Soundtaste auch noch verstärkt werden kann.

Auch beim TT RS präsentiert Audi ein paar technologische Neuheiten, die es in sich haben: Zum Beispiel die OLED-Heckleuchten (Organic Light Emitting Diode), die wie ein faszinierendes Bühnenbild dreidimensional erscheinen. Die LED-Scheinwerfer sind serienmäßig und optional als Matrix LED zu haben. Leider nur im Roadster verfügbar: Mikrofone für die Fernsprecheinrichtung, die am Sicherheitsgurt befestigt sind und eine hohe Sprachqualität sicherstellen. Selbst beim offen fahren soll der Gesprächspartner den TT-Fahrer verstehen können, ohne dass dieser brüllen muss.

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Alle wichtigen Funktionen am Sportlenkrad

Der Innenraum ist keine Überraschung und präsentiert sich in gewohnter Audi-Qualität. Vom Infotainment-System bis zum Virtual Cockpit, von der Navigation über Google Earth bis zur problemlos zu bewerkstelligenden Integration des eigenen Smartphones. Von der Bedienbarkeit wichtiger Funktionen am Sport-Lederlenkrad, ohne wie in einem Rennwagen die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen, bis zu den Schaltwippen für die manuelle Gangwahl. Über die drehbaren Luftausströmer lässt sich die Klimaautomatik bedienen, kleine Displays in der Mitte zeigen die jeweilige Einstellung an. Einfacher lässt sich die Temperatur im Inneren nicht steuern, diese Bedienoberfläche ist schlicht perfekt. Besser könnte nur noch die Steuerung per Gedankenübertragung sein.

Klar ist, dass den TT RS vor allem sein sportlicher Charakter auszeichnet. Auf der Rennstrecke von Jarama nahe Madrid zeigt der neue Audi seine Qualitäten, die aber nicht nur mit den Maßstäben offensiver Fahrdynamik gemessen werden sollten. Denn der TT RS beweist uns auf der tempolimitierten Landstraße rund um Madrid, dass er auch zum Dahinbummeln geeignet ist. Ein wenig Jekyll and Hyde steckt auch in diesem Audi.

Aber wenn schon Rennstrecke, dann richtig. Und so raubt uns der Antritt Dank Launch-Control kurz den Atem, die Siebengang S Tronic schaltet blitzschnell hoch, zumal die ersten Gänge relativ kurz ausgelegt sind. Dank quattro-Antrieb ist der Grip phänomenal, das Herausbeschleunigen aus den Kurven wird durch das hohe Drehmoment von 480 Newtonmeter, das schon bei 1.700 Touren zur Verfügung steht, zu einem sehr flüssigen Vorgang. Schnelle Gasannahme, nicht ganz ohne einen Wimpernschlag Turboloch, aber sehr gut einsetzbar, lässt der Fünfzylinder seinen Racing-Eigenschaften freien Lauf. Die maximale Drehmoment-Wucht liegt übrigens bis zu 5.850 Touren an und führt quasi zu einer ständigen Verfügbarkeit.

Fahrdynamik-Software berechnet die Kraftverteilung

Die schnelle Kurven-Fahrerei macht auch im Grenzbereich Spaß, wenn sich G-Kräfte und fahrerische Vorsicht begegnen. Die RS-Sportsitze sind deutlich konturiert und lassen sich seitlich pneumatisch noch fester an den Körper anpassen. Deshalb fühlt sich der Fahrer auch bei hoher Querbeschleunigung bestens aufgehoben, ohne irgendwie gegenhalten zu müssen. Auf dem Display lassen sich in diesen Phasen kurvenreicher Dynamik die G-Kräfte ablesen, wobei der Fahrer allerdings kaum Zeit dafür hat, weil er die Rennstrecke im Blick haben muss.

Fahrwerkseitig haben die Ingenieure alles aufgeboten, die zum Vorgänger um 60 PS gewachsene Leistung sinnvoll auf die Straße zu bringen. Die neue quattro-Fahrdynamik-Software berechnet ständig, wie viel Drehmoment an die Hinterräder geleitet werden muss, um optimale Agilität zu ermöglichen. Das führt zu einer auffallenden Bewegungsfreude schon beim Einlenken und zu einer präzisen Umrundung jeder Kurve und jederzeit guten Beherrschbarkeit auch jenseits des Grenzbereichs. Erstmals ist der quattro-Antrieb in das Fahrdynamik-System Audi drive select eingebunden. Der Fahrer kann zwischen vier Einstellungen wählen, die dann individuell Lenkung, Schaltpunkte, Motorcharakteristik und Dämpfung verändern.

Fazit: Das neue TT RS Coupé ist kein Kompromiss. Er bietet vor allem knallharte Sportlichkeit, lässt aber dem Fahrer auch Raum für komfortable Mobilität. Allerdings ist Komfort hier anders zu verstehen als in einer braven Limousine. Das RS Coupé provoziert ständig, seine Möglichkeiten auszuloten und die fahrerischen Fähigkeiten des Fahrers auf die Probe zu stellen.

Technische Daten Audi TT RS Coupé 2.5 TFSI: Zweitüriges Sportcoupé, Länge: 4,19 Meter, Breite: 1,83 Meter, Höhe: 1,34 Meter, Radstand: 2,50 Meter, Leergewicht: 1.440 Kilogramm, Kofferraumvolumen: 305 - 712 Liter, Tankinhalt: 55 Liter, Motor: Reihenfünfzylinder-Ottomotor mit Turbolader, Hubraum 2480 ccm, Leistung: 400 PS bei 5.850 U/min - 7.000 U/min, max. Drehmoment: 480 Newtonmeter bei 1.700 - 5.850 U/min, 0 - 100 km/h: 3,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, optional 280 km/h, Verbrauch kombiniert: 8,2 Liter auf 100 km, CO2-Emission kombiniert: 187 g/km, Preis ab: 66.400 Euro (Roadster ab 69.200 Euro).