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Berlin-Wahl: AfD startet Aufholjagd (Live-Ticker)

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Berlin-Wahl: AfD startet Aufholjagd, Rechtspopulisten über 14 Prozent | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Wahl in Berlin: Wer regiert künftig die Hauptstadt?
  • SPD mit nur 23 Prozent stärkste Kraft, CDU mit historisch-schlechten Ergebnis in Berlin
  • AfD sieht sich nach der Berlin-Wahl schon bald im Bundestag

Am Sonntag haben die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Die rot-schwarze Koalition muss schwere Verluste hinnehmen - und verliert die Mehrheit. Regierungschef Michael Müller muss sich neue Koalitionspartner suchen.

Mehr zum Thema: Blitzanalyse der Berlin-Wahl: Kommt jetzt die Rebellion gegen Merkel?

Die aktuellen Entwicklungen im HuffPost-Liveblog

03:15 Uhr: Piraten landen hinter der Tierschutz-Partei

Die Piraten sind bei der Berlin-Wahl am Sonntag noch hinter der Satirepartei "Die Partei" und hinter der Tierschutzpartei gelandet. Sie erreichten nur noch 1,7 Prozent - 0,2 Punkte weniger als die Tierschutzpartei und 0,3 Punkte weniger als "Die Partei". Bei der vergangenen Abgeordnetenhauswahl 2011 waren die Piraten noch mit 8,9 Prozent überraschend deutlich ins Parlament eingezogen.

02:09 Uhr: Ex-Piratenchef Schlömer für die FDP im Berliner Abgeordnetenhaus

Der ehemalige Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, zieht für die FDP ins Berliner Abgeordnetenhaus ein. Er wurde über die Bezirksliste Friedrichshain-Kreuzberg gewählt. Im Direktwahlkreis bekam er nur 3,2 Prozent der Stimmen. Schlömer war im Oktober 2015 der FDP beigetreten. Zuvor war er von April 2012 bis November 2013 oberster Pirat.

01:58 Uhr: Abgeordnetenhaus bekommt mehr Sitze und mehr Fraktionen

Im neu gewählten Berliner Abgeordnetenhaus gibt es nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 160 Sitze. Das sind 11 mehr als bislang. Die SPD bekommt als größte Fraktion 38, die CDU kommt auf 31. Die Grünen und die Linke erhalten beide 27 Sitze. Die AfD erhält auf Anhieb 25. Die FDP, die nach fünf Jahren Pause wieder einzieht, bekommt 12 Sitze.

Bei der Wahl 2011 hatte die SPD 47 Sitze errungen, die CDU 39, die Grünen 29, die Linke 19 und die Piraten 15.

01:45 Uhr: Fünf AfD-Kandidaten in Berlin direkt gewählt

Fünf Politiker der AfD sind bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl direkt gewählt worden. Sie waren mit Direktmandaten in den nördlichen und östlichen Bezirken Berlins erfolgreich, die teils von Plattenbauten geprägt sind. Den größten Anteil an Erststimmen von den fünf AfD-Politikern erhielt nach Angaben der Landeswahlleiterin Kandidat Gunnar Lindemann in Marzahn-Hellersdorf mit 30,6 Prozent. Ebenfalls in diesem Bezirk holte AfD-Kandidatin Jessica Bießmann 29,8 Prozent. In Lichtenberg erhielt Kandidat Kay Nerstheimer 26,0 Prozent. Weitere AfD-Direktmandate gingen in Treptow-Köpenick an Frank Scholtysek mit 23,8 Prozent und an Christian Buchholz in Pankow (22,4 Prozent).

01:26 Uhr: Das vorläufige amtliche Wahlergebnis ist da

Die SPD hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus trotz deutlicher Verluste gewonnen. Nach Auszählung aller Stimmen erzielte sie 21,6 Prozent. Die CDU fiel auf 17,6 Prozent und zieht als zweistärkste Kraft ins Parlament. An dritter Stelle liegt die Linke mit 15,6 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 15,2, der AfD mit 14,2 Prozent und der FDP mit 6,7 Prozent.

21:44 Uhr: AfD wird zur Arbeiterpartei

Bei den Arbeitern ist die AfD in Berlin stärkste Kraft. Aktuelle Prognosen kommen auf etwa 24 Prozent in der Arbeiterschicht. Auch bei den Arbeitslosen holte die AfD mit 18 Prozent ein starkes Ergebnis.

Bei Angestellten und Selbstständigen blieb die AfD dagegen unter zehn Prozent.

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21:15 Uhr: Die AfD holt auf

Die AfD startet die Aufholjagd: In den aktuellen Prognosen kommen die Rechtspopulisten bereits auf 14,4 Prozent. Erste Prognosen am frühen Abend hatten die Partei noch knapp über 12 Prozent gesehen.

Damit kommt die AfD langsam an die im Vorfeld der Wahl erreichten Umfrage-Werte heran.

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20.12 Uhr: Hofreiter: "Wichtigstes Ziel erreicht"

Für Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter ist das Ergebnis seiner Partei bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl trotz leichter Verluste ein klarer Erfolg. "Das wichtigste Ziel ist geschafft: Die große Koalition ist abgewählt", sagte er am Sonntagabend. In absoluten Stimmen sei das Ergebnis außerdem das beste, das je ein Landesverband der Grünen geholt habe. "Wir werden jetzt selbstbewusst in jedes Gespräch ziehen."

19.26 Uhr: AfD: "Auf direktem Weg in den Bundestag"

Die AfD ist in das Abgeordnetenhaus in Berlin eingezogen. Ersten Hochrechnungen zufolge kam die Alternative für Deutschland auf 12 Prozent. Was die AfD-Parteivorsitzenden sagen, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Update: Beatrix von Storch war im ZDF-Interview, sprach über den Erfolg der AfD - die Partei, die immer - egal ob in der Stadt oder auf dem Land - gewinnt. Ein Detail ist einem Twitter-User aufgefallen:

19.09 Uhr: SPD ist stärkste Kraft - und doch ist ihr Ergebnis historisch schlecht

Die SPD ist mit 23 Prozent die stärkste Partei in Berlin - ein historischer Tiefstwert. Noch nie hat die stärkste Partei einer Landtagswahl so wenig Stimmen auf sich vereinen können. Das wird auch bei Twitter kommentiert:

19.00 Uhr: Wahltrend bedroht Söder zufolge die politische Stabilität des Landes

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sieht im Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl in Berlin erneut einen Weckruf an die Union. "Das ist der zweite massive Weckruf in zwei Wochen. Der Union droht ein dauerhafter und massiver Vertrauensverlust in ihrer Stammwählerschaft", sagte er der "Bild"-Zeitung. Dieser Trend bedrohe auf Dauer die politische Stabilität des Landes. Denn die Folge sind Drei- oder gar Vier-Parteien-Koalitionen.

"SPD und CDU müssen sich vor allem in der Flüchtlingsfrage wieder um mehr Zustimmung der Bürger bemühen und endlich die Zuwanderung strikt begrenzen und die Sicherheitsprobleme unter Kontrolle bringen", sagte Söder demnach.

18.50 Uhr: 90 Prozent der Wähler waren anständig, sagt die SPD

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat betont: "Berlin bleibt sozial und menschlich anständig. Fast 90 Prozent der Wähler haben die AfD nicht gewählt." Ähnliches twittert auch Ralf Stegner, Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. Besonders wegen seine Wähler-Aussage wird er aber kritisiert:

Andere Twitter-User hingegen sehen es ähnlich wie die SPD-Politiker:

18.42 Uhr: CDU gibt der Regierung unter Müller die Schuld

Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer hat sich nach der Schlappe der CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus enttäuscht gezeigt. "Wir können nicht zufrieden sein", sagte Grosse-Brömer am Sonntagabend mit Blick auf die deutlichen Stimmenverluste der CDU. Die Union werde das Ergebnis nun analysieren.

Ähnliches sagte auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Er schob zudem die Stimmverluste auf die schlechte Stimmung in der Regierung.

Und er betont: "Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf" - damit meint er allerdings Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), den er zum Hauptverantwortlichen für das schlechte Abschneiden der Koalitionsparteien SPD und CDU stempelt. Tauber beteuert, dass die Bundesregierung ihre Strategie in der Flüchtlingspolitik fortwährend weiterentwickele. Aber man müsse auch die "Kraft haben, an den richtigen Entscheidungen festzuhalten".

Es war das schlechteste Ergebnis der Konservativen in der Hauptstadt.

18.38 Uhr: Müller: "AfD-Ergebnis ist ärgerlich"

18.38 Uhr: Kipping: "Das macht Mut für linke Mehrheiten"

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat die deutlichen Zugewinne ihrer Partei bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin als "großartiges Signal" bezeichnet. "Das macht Mut für linke Mehrheiten", sagte Kipping am Sonntagabend in der ARD. Die Linke, die für Weltoffenheit und soziale Gerechtigkeit stehe, habe als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien bei dieser Wahl deutlich zugelegt. Die Linke werde jetzt sehr entschieden mit ihren Inhalten in die Sondierungsgespräche in Berlin gehen.

Die Twitter-Nutzer sind nicht unbedingt mit ihren Aussagen zufrieden. So dieser hier bei dem Punkt soziale Gerechtigkeit:

18.35 Uhr: Bis 18 Uhr konnten noch nicht alle wählen

Aber bis 18 Uhr haben noch nicht alle gewählt: Vor den Lokalen gab es auch nach Wahlschluss immer noch lange Schlangen. Alle, die dort vor 18 Uhr anstanden, dürfen noch wählen. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

18.25 Uhr: Pazderski: "AfD ist eigentlicher Gewinner"

Obwohl sie nicht an ihre jüngsten Erfolge im Osten anknüpfen konnte, sieht sich die AfD als Siegerin der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. "Der eigentliche Gewinner ist doch die AfD", sagte Spitzenkandidat Georg Pazderski am Sonntagabend bei einer Wahlparty seiner Partei im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Pazderski ließ sich von seinen Parteifreunden feiern, als die ersten Prognosen die Partei bei rund zwölf Prozent sahen. "Was wir heute abend erreicht haben, ist einmalig für Berlin", fügte Pazderski hinzu. "Wenn wir selbst auf einem schwierigen Pflaster wie Berlin zweistellig sind, dann sind wir eine etablierte Partei", erklärte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen. Die Co-Vorsitzende Frauke Petry nahm an der Veranstaltung nicht teil.

18.25 Uhr: Schwesig: SPD profitiert von zerstrittener Union

SPD-Vize Manuela Schwesig sieht ihre Partei nach der trotz Verlusten gewonnenen Berliner Abgeordnetenhauswahl als stabilisierenden Faktor im Bund. "Wir erleben eine zerstrittene Union. CDU/CSU wissen nicht, wo sie zusammen hinwollen. Und deshalb wird es auf uns ankommen. Und das werden wir deutlich machen", sagte Schwesig am Sonntag in Berlin.

Der Regierende SPD-Bürgermeister Michael Müller habe nun verschiedene Optionen für die Regierungsbildung, "und ich gehe davon aus, dass er auch verschiedene Optionen ausloten wird", sagte Schwesig. Müller hatte sich vor der Wahl für eine Zusammenarbeit mit Grünen und Linken stark gemacht.

18.20 Uhr: Mehrheit für Rot-Rot-Grün in Berlin

Es war bereits vor der Wahl absehbar: Für die Große Koalition reicht es nicht. Rot-Rot-Grün könnten aber eine Mehrheit haben:

18.11 Uhr: Grüne bedanken sich bei Wählern

Die Grünen haben 1,1 Prozent verloren und kamen den ersten Prognosen zufolge auf 16,5 Prozent. Schon jetzt bedanken sich die Grünen - denn die Große Koalition sei abgewählt und die AfD wie Grünen-Chef Cem Özdemir betont ausgebremst.

18.00 Uhr: SPD stärke Kraft

Die Prognosen zeigen: Die SPD mit Spitzenkandidat Michael Müller konnte ihre Umfragewerte bestätigen und bleibt wohl mit 23 Prozent stärkste Kraft.

Die CDU enttäuschte dagegen – nach der Wahlschlappe von Mecklenburg-Vorpommern – auch in Berlin. 18 Prozent waren das Resultat, noch ein Prozentpunkt weniger als in Mecklenburg-Vorpommern.

Der befürchtete große AfD-Triumph blieb aus. Mehr erfahrt ihr hier.

17.50 Uhr: Wahl-O-Mat Berlin 2016 so erfolgreich wie nie

Der Wahl-O-Mat Berlin 2016 wurde der Bundeszentrale für politischen Bildung zufolge über eine Million Mal abgerufen. Weshalb ist nicht klar. Möglich wäre es, dass die Menschen verunsichert waren. Oder sie wollen sich aus anderen Gründen besser informieren.

17.42 Uhr: Erste Hochrechnungen in 20 Minuten - doch nicht jeder konnte wählen

Um 18 Uhr werden die ersten Wahlprognosen veröffentlicht. Die Wahlbeteiligung in Berlin wird seit den Wahlen 2011 wohl deutlich gestiegen sein. Und dabei konnten wohl nicht alle ihre Stimme abgeben. Auf Twitter wird von einem Fall erzählt, bei dem ein Wähler im Rollstuhl nicht ins Wahllokal konnte. Denn das Haus war nicht barrierefrei. Entrüstung bei den anderen Usern.


Mehr zum Thema: So seht ihr die Berlin-Wahl im Live-Stream

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17.23 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung in den Berliner Stadtbezirken

Die Seite "Wahlrecht.de" meldet, dass bis 17 Uhr bereits 53,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in Berlin abgegeben haben. Das sei 7,1 Prozent mehr als noch 2011. Bis 18 Uhr können die Menschen in Berlin noch wählen.

Schon im Vorfeld war aufgrund der großen Nachfrage bei Briefwahlen von einer hohen Beteiligung ausgegangen worden.

16.23 Uhr: Bezahlbare Mieten sind das Hauptthema des Wahlkampfs

Wohnraum und bezahlbare Mieten sind die Themen der Wahl in Berlin. Das sagten Berliner bei einer Befragung von "Focus Online". Auch die Zustände auf den Behörden wurden als Problem genannt. Das Thema Flüchtlinge scheint hingegen weniger im Vordergrund zu stehen, als das noch bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern der Fall war.

15.45 Uhr: Berliner Wähler brauchen Zeit

Aufgrund der hohen Wahlbeteiligung in Berlin kommt es vor den Wahllokalen immer wieder zu Warteschlangen. Nach Informationen des RBB betraf dies auch Wähler in den Berliner Stadtteilen Schöneberg, Köpenick und Friedenau.

Update: Wartezeiten teils bis zu einer Stunde, melden Twitter-Nutzer.

13.57 Uhr: Rege Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Bei der Wahl des neuen Berliner Abgeordnetenhauses zeichnet sich eine hohe Beteiligung ab. Bis Sonntagmittag (12.00 Uhr) gaben bereits 25,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren 6,0 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2011, wie die Landeswahlleitung am Sonntag erklärte. Damals hatten bis zum Mittag 19,1 Prozent abgestimmt. Zudem hatten diesmal so viele Menschen wie nie zuvor einen Antrag auf Briefwahl gestellt - 21,1 Prozent aller Wahlberechtigten.

Die Wahlbeteiligung lag 2011 bei 60,2 Prozent.


12.00 Uhr: Berliner Technoclub Berghain ruft zum Wählen auf

"Wählen gehen, Rechtspopulisten verhindern!" Das steht auf der Website des Berliner Technoclubs Berghain an diesem Wochenende, wie die Tageszeitung "Berliner Morgenpost" berichtet. Auch auf "Twitter" wurde das neue Programm des Clubs geteilt:

Auch andere Clubs sind dem Beispiel gefolgt und haben sich von ihrer politischen Seite gezeigt. Sie starteten kürzlich eine Plakat-Aktion mit Slogans wie "Sorry, AfD steht nicht auf der Liste" oder "Tanz dich frei von deinen Vorurteilen".

Mit dpa-Material

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