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Nach irrtümlichem Bombenangriff in Syrien: Schweres Zerwürfnis zwischen USA und Russland

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US AIR FORCE SYRIA
Nach einem irrtümlichen Bombenangriff der USA auf syrische Truppen droht ein schweres Zerwürfnis mit Russland | ARIS MESSINIS via Getty Images
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  • Die USA haben am Samstag irrtümlicherweise syrische Regierungstruppen angegriffen
  • Dabei starben 60 syrische Soldaten, etwa 100 wurden verletzt
  • Russland wirft den USA nun vor, den Angriff möglicherweise gewollt geführt zu haben

Die von den USA geführte Koalition hat irrtümlich syrische Regierungstruppen im Osten des Landes angegriffen. Das US-Zentralkommando bestätigte am Samstag, einen Luftschlag südlich von Deir al-Sour ausgeführt zu haben – jedoch im Glauben, eine Kampfstellung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu treffen.

Russische Vertreter hatten die Koalition daraufhin unterrichtet, dass die attackierten Menschen und Fahrzeuge möglicherweise zum syrischen Militär gehörten. Die Angriffe seien daraufhin sofort eingestellt worden.

Bei dem Angriff der USA sollen laut dem russischen Verteidigungsministerium mehr als 60 Regierungssoldaten ums Leben gekommen sein. Etwa 100 seien verletzt worden. Russland beruft sich dabei auf das syrische Kommando.

Der Ort des Angriffes liege in einem Gebiet, das die Koalition bereits in der Vergangenheit angegriffen habe, hieß es in der Mitteilung des Zentralkommandos der Koalition.

USA bedauern den Vorfall

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland werden nach diesem Vorfall auf eine harte Probe gestellt. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin verlies bei Ankunft seiner amerikanischen Kollegin Samantha Power eine kurzfristig einberufene Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Samstagabend. Er bezeichnet den Angriff als möglicherweise gewollt.

Power dagegen bezichtigte Russland der Effekthascherei. „Selbst nach russischen Standards ist der Stunt von heute Abend - ein Stunt voller Moralismus und Effekthascherei - auf einzigartige Weise zynisch und scheinheilig“, sagte Power.

Sie zeigte sich empört, dass Russland nach dem offenbar versehentlichen Angriff eine Dringlichkeitssitzung einberief, unzählige Angriffe auf die Bevölkerung durch das syrische Regime jedoch unbeantwortet gelassen hatte.

Power drückte aber auch das Bedauern der USA aus, dass bei dem Angriff Menschen ums Leben gekommen seien.

Waffenruhe in Syrien droht zu scheitern

Erst am vergangenen Montag war eine von den USA und Russland verhandelte Waffenruhe in Kraft getreten, die das vom Bürgerkrieg gebeutelte Syrien endlich Frieden bringen sollte. Das wacklige Abkommen droht nun vollends zu scheitern.

Mehr zum Thema: "Das wird ein Schlüsselfaktor": So entwickelt sich die Waffenruhe in Syrien

Bereits am Freitag kam es trotz der Waffenruhe in Damaskus, Aleppo und Idlib wieder zu Auseinandersetzung zwischen Regime- und Oppositionskräften.

Mit Material der dpa.

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