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Diese 6 Dinge zerstören nach und nach eure Ehe - und ihr habt sie alle schon einmal getan

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BRIDE ANGRY
South Africa,Cape Town, Bride slapping groom | Yuri Arcurs via Getty Images
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Vergesst Untreue und kleine Schwindeleien über die Finanzen: Es gibt andere Verhaltensweisen, über die zwar nur selten gesprochen wird, die deiner Ehe jedoch genauso schaden können. Und sowohl du als auch dein Partner werdet einige von ihnen schon begangen haben.

Hier findest du sechs Verhaltensweisen, die deine Ehe laut Paartherapeuten schleichend zerstören können:

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Selbstverständlich ist es wichtig, als Paar viel Zeit miteinander zu verbringen. Du solltest jedoch niemals deine Freunde vernachlässigen, um stattdessen schon wieder einen Pärchen-Abend mit Netflix und bestelltem Essen zu machen. Deine bessere Hälfte kann dir nicht dein komplettes Bedürfnis nach sozialen Kontakten erfüllen. Es tut deiner Ehe gut, wenn ihr euch gegenseitig genug Raum für Mädels-Abende oder Treffen mit den Jungs lasst, ist sich der Psychologe Ryan Howes aus dem kalifornischen Pasadena sicher.

“Es ist für beide Partner unglaublich wichtig, Freundschaften mit anderen aufzubauen und diese auch zu pflegen”, so der Psychologe. “Durch deine Freunde erlebst du immer wieder etwas Neues, du gewinnst andere Sichtweisen und du erhältst Unterstützung. All dies kommt auch deiner Beziehung zugute. Jeder braucht auch außerhalb seiner Beziehung Menschen, denen er vertrauen kann.”

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Wenn ihr euch nur noch selten nahe kommt und wenig Körperkontakt habt – oder wenn ihr sogar bereits an dem Punkt seid, an dem ihr nur noch zu besonderen Gelegenheiten (zum Beispiel an Geburtstagen, Jahrestagen oder im Urlaub) Sex habt – dann solltet ihr dringend über euer offensichtliches Problem im Schlafzimmer sprechen. Ihr befindet euch nämlich auf dem direkten Weg in eine leidenschaftslose Ehe ohne Sex, so die Psychologin und Paartherapeutin Debra Campbell aus dem australischen Melbourne.

“Man muss nicht unbedingt jeden Tag Sex haben. Es ist jedoch wichtig, dass es an den meisten Tagen irgendeine Art von sexuellem oder erotischem Kontakt zwischen euch gibt”, so Campbell. “Dabei reicht auch nur eine ganz leichte Berührung aus. Bei dieser Begegnung muss es nicht immer darum gehen, einen Orgasmus zu haben und erregt und durchgeschwitzt zu sein.”

Nach Aussage von Campbell ist es für Langzeitbeziehungen extrem wichtig, seinen Partner immer wieder daran zu erinnern, dass man ihn noch begehrt.

“Man muss sich sicher sein können, dass man für seinen Partner der oder die Einzige ist und dass kein anderer einem das Wasser reichen könnte.”

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Enge Freundschaften zu pflegen ist wichtig. Sich mit den falschen Menschen zu umgeben kann sich jedoch negativ auf Beziehungen auswirken, so die Paar- und Familientherapeutin Laura Heck aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Heck ist die Gründerin der Online-Paartherapie "forBetter".

“Es mag dir vielleicht nicht bewusst sein, doch das Verhalten deiner Freunde hat tatsächlich auch Auswirkungen auf deine Ehe”, so Heck. “Beschweren sich deine Freunde vor dir über ihren Partner oder lassen sie ihren Beziehungsfrust bei dir ab? Flirten deine Freunde mit anderen oder baggern sie hinter dem Rücken ihres Partners andere an? Schlechte Beziehungen und das Überschreiten von Beziehungsgrenzen sind gefährlich und können dazu führen, dass man unbemerkt auch sein eigenes Verhalten ändert.”

Im Gegensatz dazu kann es jedoch sehr förderlich für deine Beziehung sein, wenn du dich mit Ehepaaren umgibst, die es schaffen, die Grenzen ihrer Beziehung auf eine gesunde Weise zu wahren.

“Schau dir die Beziehungen deiner engsten Freunde genau an und überleg dir, ob du wirklich möchtest, dass deine eigene Einstellung von diesen Beziehungen beeinflusst wird. Und dann zieh die Konsequenzen”, so Heck.

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Wenn dein Partner beim Waschen und Putzen fast immer den Löwenanteil übernimmt, kann dies zu Unzufriedenheit führen und eurer Verbindung schaden. Eine Studie der University of Alberta aus dem Jahr 2015 kam sogar zu dem Ergebnis, dass Paare, die sich die Haushaltsaufgaben nicht teilten, unzufriedener mit ihrer Beziehung waren und außerdem weniger Sex hatten als Paare, die sich gemeinsam um den Haushalt kümmern.

Wie der Psychologe Ryan Howes in seinem Arbeitsalltag mit Paaren beobachtet hat, geht es am Anfang einer Beziehung meist nicht wirklich darum, wer aufräumt. Dieses Thema wird jedoch im Laufe der Beziehung häufig zum Streitpunkt.

“Es geht gar nicht darum, ob ein Partner ordentlich ist und der andere nicht. Es ist jedoch wichtig, dass der Ordentlichere von beiden es schafft, seine Ansprüche ein wenig herunterzuschrauben und dass der Unordentlichere von beiden auch hin und wieder das Putzen übernimmt”, so Howes. “Da Unzufriedenheit meist schleichend entsteht, ist es wichtig, ehrlich über die eigenen Vorstellungen zum Thema Sauberkeit im Haushalt zu sprechen.”

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Die Paartherapeutin Liz Higgins aus dem texanischen Dallas arbeitet überwiegend mit Paaren aus der Generation Y zusammen. Ihrer Aussage nach ist es für jede Beziehung unerlässlich, sich regelmäßig aufmerksam und ernsthaft interessiert mit seinem Partner zu unterhalten – ein einfaches “Wie war dein Tag, Schatz?” oder “Was hast du am Wochenende vor?” reicht hierfür nicht aus.

Higgins erklärt: “Wenn man sich ganz bewusst über die eigene Beziehung unterhält, kommen auch tiefgründigere, weitreichendere Themen zur Sprache: ‘Was haben wir heute gemeinsam als Paar gut gemacht?’ ‘Was habe ich heute in unsere Beziehung investiert?’ ‘Gibt es etwas, das ich für dich tun kann?’ ‘Gab es heute einen Moment, an dem du dich besonders stark mit mir verbunden oder besonders geliebt gefühlt hast?’”

Anfangs mag es ein wenig unangenehm sein, diese Themen auf den Tisch zu bringen. Doch mit der Zeit stellt man fest, wie hilfreich das sein kann.

“In meinen Therapiesitzungen empfehle ich den Paaren immer, sich einmal pro Woche zusammen zu setzen, um ausschließlich über die Beziehung zu sprechen”, so Higgins. “Wenn man sich das einmal angewöhnt hat, stellt man fest, dass man nicht mehr so schnell beleidigt oder wütend reagiert oder sich von seinem Partner unverstanden fühlt.”

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Dass der eigene Partner irgendwann immer mehr zum reinen Mitbewohner wird, ist ein schleichender aber sehr häufig vorkommender Beziehungskiller, so Heck. Wenn das Zusammenleben sich zu einer Art WG entwickelt hat, lebt man nur noch nebeneinander her. Das einzige, was einen dann noch verbindet, sind das gemeinsame Zuhause, die Bankkonten und die Kinder.

“Wenn man dem Alltagstrott derart verfallen ist, dass man nur noch wie Mitbewohner zusammenlebt, muss man alles daran legen, um aus dieser Routine auszubrechen und das Feuer und die Leidenschaft in der Beziehung neu zu entfachen”, so Heck.

Wer wieder frischen Wind in seine Beziehung bringen möchte, sollte sich ein gemeinsames Herzensprojekt suchen, an dem man als Paar arbeiten kann, empfiehlt Heck.

“Dieses Projekt sollte die Herzen beider Partner höher schlagen lassen und beide sollten wirklich Lust darauf haben”, so Heck. “Man könnte vielleicht sein Zuhause renovieren und komplett neu gestalten. Andere Möglichkeiten wären zum Beispiel, sich zusammen im Fitnessstudio anzumelden, endlich mal am Wochenende mit dem Wohnmobil zu verreisen oder einen veganen Kochkurs zu belegen. Überlegt euch, was euch beiden Spaß machen würde und geht dieses Projekt dann auch an”, lautet der Tipp von Heck.

Dieser Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(pb)