Huffpost Germany

Merkel äußert sich erstmals kritisch zu ihrem "Wir schaffen das"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • In den Streit um die Flüchtlingspolitik in der Union scheint Bewegung zu kommen
  • Merkel hat sich erstmals kritisch über ihren Satz "Wir schaffen das geäußert"
  • Reicht das, um CSU-Chef Horst Seehofer zu besänftigen?

In der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" zieht Horst Seehofer die Daumenschrauben noch einmal an. Von einer Obergrenze werde die CSU nicht abrücken, sagt er dort. Wenn die CDU sich nicht für eine zahlenmäßige Begrenzung der Zuwanderung festlege, droht er den endgültigen Bruch mit der Schwesterpartei an.

Kanzlerin Angela Merkel spricht sich immer noch vehement gegen diese Obergrenze aus - in einem anderen Punkt ist sie Seehofer aber jetzt entgegengekommen. Erstmals hat sie leise Selbstkritik an ihrem Satz "Wir schaffen das" geäußert.

Gegenüber dem Magazin "Wirtschaftswoche" sagte Merkel: "Er (der Satz) ist Teil meiner politischen Arbeit, weil ich davon überzeugt bin, dass wir ein starkes Land sind, das auch aus dieser Phase gestärkt herauskommen wird. Er ist Ausdruck einer Haltung, wie sie sicher viele aus ihrem beruflichen und privaten Leben kennen."

Merkel: "Satz wird überhöht"

Und dann kommt es: "Manchmal denke ich aber auch, dass dieser Satz etwas überhöht wird, dass zu viel in ihn geheimnist wird. So viel, dass ich ihn am liebsten kaum noch wiederholen mag, ist er doch zu einer Art schlichtem Motto, fast zu einer Leerformel geworden."

Und weiter: "Manch einer fühlt sich von ihm sogar provoziert. So war er natürlich nie gemeint, sondern anspornend, dezidiert anerkennend. Und zwar weil ich genau weiß, dass wir alle in unserem Land gemeinsam sehr viel zu schultern haben, aber dass sich das in den übertrieben oft wiederholten drei Wörtern nicht sofort abbildet."

Mehr zum Thema: "Merkel hat Europa gesprengt" - So kommentieren die Medien ein Jahr "Wir schaffen das"

Bisher hat Merkel bei jeder Gelegenheit ihren Satz wiederholt, wohl ein halbes Dutzend Mal, seit sie ihn vor rund einem Jahr sagte. Noch Ende August hatte sie in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dieser Satz richtig war."

Mit ihrem Interview in der "Wirtschaftswoche" sagt Merkel jetzt zwar nicht, dass dieser Satz falsch war und er nicht mehr gelte - aber sie schränkt ihn ein.

Genau das ist es, was viele ihrer Kritiker in der CDU aber vor allem in der CSU von ihr verlangen. Einen Kursschwenk - nicht nur realpolitisch, sondern auch rhetorisch.

Konsens jetzt wieder möglich?

CSU-Chef Horst Seehofer hatte kürzlich Merkel vom CSU-Parteitag ausgeladen - auch will er nicht zum CDU-Parteitag im Dezember erscheinen. "Ohne einen Konsens wäre mein Auftritt nur ein Medienspektakel", sagte Seehofer zur Begründung.

Dieser Konsens könnte mit Merkels Rückzieher ein Stück weit näher gerückt sein. Aus der CSU hat bisher niemand auf das Interview reagiert.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstützen kann.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. zum Beispiel setzt sich mit einem Projekt in Kenia für den Schutz und die Aufzucht von Elefantenbabys ein.

Denn noch immer werden ausgewachsene Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne gejagt und getötet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere, die auf sich allein gestellt sind und nicht überleben würden.

Die Elefantenbabys benötigen teure tierärztliche Versorgung und Verpflegung über mehrere Jahre, um schließlich wieder in die Wildnis entlassen werden zu können. Nach ihrem Aufenthalt im Waisenhaus sind die ausgewachsenen Tiere in der Lage, sich in bestehende Elefantenherden zu integrieren.

Unterstütze jetzt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrer Arbeit im Waisenhaus für Elefantenbabys auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.