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TV-Moderator gerät in bedrohlichen Konflikt mit Flüchtlingen - jetzt fordert er mehr Verständnis für Asylbewerber

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RANGA YOGESHWAR
Ranga Yogeshwar fordert nach den Ereignissen von Bautzen mehr Verständnis für Flüchtlinge | ullstein bild via Getty Images
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  • TV-Moderator Ranga Yogeshwar fordert nach Bautzen mehr Verständnis und Unterstützung für Flüchtlinge
  • Bei seinem ehrenamtlichen Engagement geriet er selbst in eine brenzlige Situation
  • Aber nur verständnisvolle Ansprechpartner würden Aggressionen wie in Bautzen verhindern können

Der TV-Moderator Ranga Yogeshwar fordert in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Bild“, junge Leute – egal ob Rechtsextreme oder Flüchtlinge – nicht allein zu lassen. Diese Lehre ziehe er aus den Ausschreitungen von Bautzen.

Viele der Flüchtlinge fühlten sich verloren, schreibt der 57-Jährige: "Sie kommen ohne ihre Familien, sind komplett entwurzelt, viele traumatisiert. Und nun landen sie in einer großen Halle mit hunderten anderen Menschen auf engem Raum, um dort Monate lang zu warten, bis irgendetwas passiert.“

„Ausgrenzung verstärkt Aggression“

Das schaffe Aggressionen, wie Yogeshwar am eigenen Leib erfahren musste. Als sich der TV-Moderator in einer Notunterkunft seiner Heimatstadt Hennef ehrenamtlich engagierte, geriet er in eine Konfrontation zwischen Flüchtlingen.

"Einige von ihnen waren Kleinkriminelle, die in der Massenunterkunft für Unruhe auch unter den Flüchtlingen sorgten. Einer bedrohte andere sogar mit dem Messer, ich ging dazwischen und es passierte nichts, weil er mir vertraute“, beschreibt er die brenzlige Situation.

Mehr zum Thema: Flüchtlinge in Bautzen: "Wir haben mehr Angst vor der Polizei als vor den Nazis"

Aus diesem Erlebnis zieht Yogeshwar die Schlussfolgerung, gegenüber Flüchtlingen, aber auch Rechtsextremen nicht auf Distanz zu gehen. Was die enttäuschten jungen Leute bräuchten, seien verständnisvolle Ansprechpartner. Ausgrenzung verstärke die Aggression hingegen nur.

Mehr Deutschkurse und kürzere Asylverfahren

So habe sich auch die Situation in seiner Heimatstadt gebessert: „Sportvereine haben diese Jungs aufgenommen, Familien haben junge Flüchtlinge ganz persönlich betreut. Viele Bürger unserer Stadt haben sich engagiert und so wuchs das gegenseitige Verständnis.“

Nach den Krawallen in Bautzen fordert der TV-Moderator nun mehr Deutschkurse für Flüchtlinge und ein kürzeres Asylverfahren.

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(lp)