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Chef der Polizeigewerkschaft besorgt: Talkshows müssen besser geschützt werden

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Sicherheitsvorkehrungen für Live-Talkshows sollen erhöht werden | getty
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  • Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft fordert strengere Sicherheitsmaßnahmen bei politischen Talkrunden
  • Kürzlich hatten Mitglieder der "Identitären Bewegung" eine Live-Sendung massiv gestört
  • Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall, befürchtet, dass Rechtsextreme Talkshows für ihre Zwecke missbrauchen könnten

Am vergangenen Montagabend stürmten Mitglieder der rechtsgerichteten „Identitären Bewegung“ im Berliner Maxim-Gorki-Theater eine Live-Sendung des RBB. Jetzt fordert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt, die Sicherheitskonzepte von politischen Talkrunden zu überprüfen.

"In der derzeit aufgeheizten Stimmungslage in der Gesellschaft muss man leider damit rechnen, dass Diskussionsveranstaltungen auch Anziehungskraft auf Störer ausüben. Insofern sollten Veranstalter ihre Sicherheitsvorkehrungen regelmäßig überprüfen und entsprechend anpassen", sagte Wendt der Tageszeitung "Handelsblatt".

Geballte Fäuste und laute Parolen

Für die Sicherheit solcher Live-Sendungen zu sorgen, sei nicht die Aufgabe der Polizei. "Grundsätzlich ist der Veranstalter verpflichtet, notwendige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen", sagte der Chef der Polizeigewerkschaft.

Bei der Livesendung des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatten die „Identitären“ während des Gesprächs Parolen gebrüllt, Fäuste geballt und Schilder gezeigt.

Mehr zum Thema: Identitäre Bewegung: Das lächelnde Gesicht der Neuen Rechten

Als der Journalist Jakob Augstein und die Theologin Margot Käßmann über die Burka sprachen, hätten die Rechten im Chor „Heuchler“ skandiert, wie der Moderator später in seiner Kolumne für die Website "Spiegel Online" berichtete.

Rechtsextreme könnten Talkshows für ihre Zwecke missbrauchen

Nach der Aktion der „Identitären“ mahnte auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) bessere Sicherheitsvorkehrungen an. Dem „Handelsblatt“ sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall, es sei zu befürchten, dass die Rechtsextremen Live-Sendungen oder Talkshows für ihre Zwecke missbrauchen wollten.

Die Sender müssten deshalb genauer überprüfen, wer sich unter das Publikum mische.

Die "Identitäre Bewegung" ist eine Gruppierung mit französischen Wurzeln, die seit 2012 auch in Deutschland aktiv ist. Sie wendet sich gegen "Multikulti-Wahn", "unkontrollierte Massenzuwanderung" und den "Verlust der eigenen Identität durch Überfremdung". In mehreren Bundesländern wird die Gruppierung bereits vom Verfassungsschutz überwacht.

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