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Was diese Frau über den Tod eines Polizisten schreibt, lässt seine Kollegen ausrasten

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Diese Frau beschwert sich über den Tod eines Polizisten - und seine Kollegen rasten aus. | Screenshot
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Es gibt sie überall: Menschen bei denen man sich zwangsläufig fragen muss, ob sie überhaupt eine Erziehung genossen haben.

Ob ihnen irgendwann mal jemand beigebracht hat, was Respekt bedeutet. Nicole Ohmer ist so eine Person.

Die Frau regte sich bei Facebook über einen Stau in Ohio auf. Der Grund für den Stau: Der Verkehrspolizist Kenneth Velez wurde überfahren und verstarb. Der 48-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Als die Kollegen des toten Polizisten die respektlose Nachricht lasen, verloren sie die Nerven - und verfassten ihrerseits eine sehr wütende Nachricht.

Nicole Ohmer schrieb: "Ich hoffe, das nächste Mal, wenn jemand beschließt, einen Polizisten zu überfahren, wartet er damit, bis ich in der Arbeit bin - als wäre der Verkehr sonst nicht auch schon schlimm genug."

Unter ihrem Post fragte jemand: "Hat er überlebt?" und Ohmer antwortet: "Nein, er ist tot wie ein Türgriff. Ich frage mich, ob die Person, die er kontrollieren wollte, trotzdem einen Strafzettel bekam."


"Liebe Nicole,

Ich finde es toll, dass du deine Bürgerrechte (Meinungsfreiheit) nutzt, aber jetzt bin ich an der Reihe, das Gleiche zu tun.

Vielleicht wusstest du es nicht. Vielleicht hast du das Auto des Polizisten nicht gesehen. Vielleicht hast du die vielen Blaulichter nicht gesehen. Vielleicht hast du die trauernden Polizisten nicht gesehen, die einen Bruder verloren haben. Vielleicht hat deine Mutter dir nie beigebracht, anderen Menschen Respekt entgegen zu bringen.

Du konntest natürlich nicht wissen, dass der Mann, der heute getötet wurde, als Held starb. Mit gerade einmal 48 Jahren. Du konntest nicht wissen, dass er eine Frau und drei Kinder hinterlässt. Du konntest gar nichts über die Person wissen, deren Blut auf die Straße spritzte.

Aber du hättest trotzdem den Anstand besitzen und Respekt zeigen können. Denn, im Gegensatz zu dir, wäre der getötete Polizist Velez stehengeblieben. Und hätte für dich und deine Familie gebetet. Und wenn es nötig gewesen wäre, hätte er nicht gezögert, dir zu helfen.

Im Gegensatz zu dir wird Velez heute Abend nicht zu seiner Familie nach Hause kehren. Du hättest bemerken können, dass der Schmerz anderer größer war als dein Bedürfnis, irgendwo pünktlich anzukommen.

Da du so wütend bist, dass du wegen dem Tod eines Helden ein paar Minuten zu spät kamst, habe ich ein paar Tipps für dich.

Nächstes Mal, wenn so etwas passiert, denk einfach nicht daran, dass du deine Ausfahrt verpasst hast. Denk stattdessen daran, was die Familie der toten Person durchmachen muss. Versuche, nicht daran zu denken, dass du zu spät zur Arbeit kommst. Denk an die Menschen, die niemals mehr sehen werden, wie ein geliebter Mensch nach der Arbeit zu ihnen nach Hause kommt.

Versuch doch einfach, die Unannehmlichkeiten für einen Moment hinzunehmen. Um den Polizisten zu erlauben, ihren Job zu machen und den Vorfall zu untersuchen. Und das Gebiet zu säubern, auf dem ein Mensch viel zu früh sein Leben verloren hat. Um ihnen zu zeigen, dass du sie siehst und ihren Verlust erkennst.

Während du damit beschäftigt warst, deinen Egoismus unter Beweis zu stellen, hat Velez wahre Selbstlosigkeit bewiesen und diese mit dem größten Opfer bezahlt. Er starb bei dem Versuch, unsere Straßen sicherer zu machen - für dich und deine Liebsten.

Heute Abend werden wir für Velez Familie beten und wir werden dafür beten, dass du selbst nie in so eine Situation kommst. Eine Situation, die niemand jemals erleben sollte.

Sollte es dennoch dazu kommen, kannst du dir in einem, trotz deiner Worte, sicher sein: Ich würde niemals zögern, mein Leben für deins zu geben.

Ruhe in Frieden Kenneth Velez, wir danken dir für deinen hingebungsvollen Dienst. Wir versprechen, dass wir dich nie vergessen werden!

- LT. Edwards & OGB Admin"

Doch auch die lange Nachricht der Polizisten ändert Ohmers Meinung nicht. Sie betont in einem extra Facebook-Post: "Ich werde mich für nichts entschuldigen, was ich gesagt habt. Jeden Tag töten die Polizisten meine Leute und jetzt erwarten sie von mir, dass ich Mitleid mit ihren Leuten habe."


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(lp)