Huffpost Germany

Neunjährige schreibt Brief an die Polizei Dortmund - jetzt rücken die Beamten aus

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Bei der Polizei Dortmund ist eine eher ungewöhnliche Anmeldung einer Demonstration eingegangen. Eine Grundschülerin möchte am kommenden Sonntag in ihrem Schrebergarten mit ihren Freunden für den Tierschutz demonstrieren.

Die Neunjährige zeigte sich pflichtbewusst und wollte ihren Protest ordnungsgemäß bei der Polizei anmelden. "Sofort! Eil!“ schrieb sie auf den Umschlag und erklärte dann in ihrem Schreiben ihr Anliegen. "Ich, Merle (9 Jahre) wollte mit Kindern aus meiner Schule eine Demo veranstalten. Hiermit frage ich Sie, ob die Demo am 18. September um 14.30 Uhr zum Thema Tierschutz in der Anlage 06 in Dortmund stattfinden kann."

brief

Ihr handgeschriebener Brief gelangte zu Polizeipräsident Gregor Lange, wie die "Rheinische Post“ berichtet. Der zeigte sich derart begeistert von dem Schreiben, dass er Merle antwortete. "Ich finde es toll, dass Du und deine Freunde sich für den Tierschutz einsetzen“, schrieb er.

Er formulierte einen ganz offiziellen Antwortbrief - und das, obwohl eine Kundgebung in einem Schrebergarten wohl eigentlich keine Polizeiangelegenheit ist.

Die Polizei wird bei der Kundgebung präsent sein

Lange erteilte der Neunjährigen die Genehmigung für ihre Tierschutz-Demo, wies sie aber auch darauf hin, dass sie und ihre Freunde sich an einige Regeln halten müssten: Nicht die Grundstücke der Nachbarn betreten, nur vorhandene Wege benutzen und nicht über die Wiese laufen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Außerdem versprach er ihr, dass die Polizei präsent sein werde bei der Kundgebung. Tatsächlich werden einige Beamte bei der Demonstration vorbeischauen, darunter Hauptkommissar Kim Ben Freigang. "Kinder sind unsere Zukunft und wir wollen ihnen zeigen, dass es ein Grundrecht und wichtig ist, für seine Anliegen zu demonstrieren. Wir wollen ihnen aber auch zeigen, dass so etwas friedlich und geregelt ablaufen muss", sagt Freigang im Interview mit der Huffington Post.

Erst im Juni 2016 wurden bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund drei Polizisten verletzt. Laut Freigang sei es der Polizei auch ein Anliegen, schon den Kindern zu zeigen, dass sie zu ihrem Schutz da sind - und nicht als ihre Gegner auftreten.

Die kleine Merle möchte mindestens 40 Euro an Spenden sammeln, die sie an die Tierschutzorganisation WWF spenden will.

Auch auf HuffPost:

Diese Mädchen tun etwas, was viele tun - Sekunden später sterben sie

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(pb)