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"Verschwörungstheorie": Darum giftete Wagenknecht bei "Maybrit Illner" gegen CDU-Mann Brok

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ILLNER
Ex-Nato-General Domröse bei "Maybrit Illner" | Screenshot
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  • Bei "Maybrit Illner" ging es um den Waffenstillstand in Syrien
  • Sarah Wagenknecht warf der EU Heuchelei vor
  • Dann bekam sie es mit CDU-Europolitiker Elmar Brok zu tun

Ein Funken Hoffnung für Syrien: Nachdem sich die USA und Russland auf einen Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland geeinigt haben, schweigen die Gewehre. In der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" bestätigte dies der Publizist Jürgen Todenhöfer in einer Live-Schalte aus Aleppo. Bis auf kleinere Scharmützel würde tatsächlich Frieden herrschen.

"Wagenknecht wirft dem Westen Heuchlerei vor“

Mit Sarah Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken, und dem CDU-Europapolitiker Elmar Brok als Gästen, kam in der Diskussion bei "Maybrit Illner" aber auch schnell noch ein weiteres Scharmützel auf, nämlich ein wahlpolitisches.

Wagenknecht warf dem Westen Heuchlerei vor, wenn er sein Eingreifen in Syrien mit den Menschenrechtsverletzungen des Assad-Regimes begründe. Das Ziel, Assad zu stürzen, beruhe lediglich auf wirtschaftlichen Interessen, so Wagenknecht.

Brok: "Das ist eine Verschwörungstheorie"

Der CDU-Politiker Elmar Brok wollte das allerdings so nicht stehen lassen. "Das ist eine Verschwörungstheorie" fuhr er dazwischen und fügte provozierend hinzu: "Frau Wagenknecht, sie kriegen immer weniger Prozente, lassen Sie mir deshalb auch meine Redezeit“.

Den Spruch ließ Wagenknecht aber nicht auf sich sitzen: "Na gerade Sie als CDU Politiker sollten über Prozente nicht allzu laut reden", konterte sie.

Dauerhafter Frieden braucht Zeit"

Neben diesem wahlpolitischen Scharmützel gab es bei "Maybrit Illner" aber auch noch ein paar sachliche Einblicke in den Syrienkonflikt. Der Ex-Nato-General Hans-Lothar Domröse dämpfte die Hoffnung auf einen schnellen Frieden in Syrien. Als ihn die Moderatorin fragte, über welche Zeiträume zu reden sei, antwortete er: "Wir müssen in Dekaden rechnen."

Das haben ihn frühere Einsätze gelehrt. "Wir haben das gesehen in allen Einsatzgebieten, in denen wir waren: Wir brauchen lange“, betonte er mit Blick auf den Kosovo und Afghanistan.

"Aufbauhelfer, Schulen und Arbeitsplätze müssen kommen - nur dann wird’s was“

Trotzdem bezeichnet er die Einigung zwischen den USA und Russland auf einen Waffenstillstand als "sensationell“. Domröse sieht nun einen Wendepunkt erreicht. "Wir sind auf einem guten Weg zum obersten Ziel, das Feuer zu löschen und den Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen."

"Militär schafft ein sicheres Umfeld", sagt er. "Eine Stadt besetzen, das ist nicht der Punkt - Aufbau ist der Punkt." Die wahre Herausforderung sei "winning the peace" - den Frieden gewinnen.

Er verlangt jetzt Maßnahmen auch der Europäischen Union zum Wiederaufbau Syriens an. "Die Aufbauhelfer, Schulen und Arbeitsplätze müssen kommen - nur dann wird’s was.“

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