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Mann will Muslima das Autofahren verbieten - dann stellt sie den Besserwisser vor aller Welt bloß

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MUSLIMA
Die Journalistin Nargess Moballeghi erteilt einem Facebook-Nutzer Geschichtsunterricht. | Screenshot
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Wer kennt sie nicht: Besserwisser. Egal um was es geht, sie wissen es einfach immer besser. Auch wenn sie sich eigentlich so gar nicht auskennen.

Wie Courtney Potter. Der Facebook-Nutzer machte die Journalistin Nargess Moballeghi darauf aufmerksam, dass sie nicht Autofahren darf - immerhin sei sie eine Muslima.

Und: Die Scharia verbiete es ihr, sich hinters Steuer zu setzen.




Moballeghi - vermutlich angestachelt von so viel Unwissenheit - erteilte Potter eine Lektion. Und stellte ihn durch eine geniale Antwort im Internet bloß. Denn: Der Besserwisser postete die Nachricht an die Journalistin öffentlich. Dumm gelaufen.

"Du darfst nicht Autofahren"

Zu Anfang stellte er Moballeghi die Frage: "Wieso fährst du Auto?" Doch anstatt erst einmal die Antwort der Frau abzuwarten, legte er direkt los und glänzte mit Unwissenheit: "Nach den Gesetzen der Scharia darfst du in Saudi-Arabien - dem Ursprungsland des Islam - nicht Autofahren. Die Freiheiten, die du im Westen genießt, kommen durch das Christentum. Nicht durch den Islam."

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Moballeghi hätte wütend werden können. Stattdessen erteilte sie dem Nörgler eine Lektion. Und gab ihm Geschichtsunterricht.

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Sie schrieb:

"Auch wenn ich verstehe, dass dich all die falschen Informationen auf dieser Welt zu dieser Meinung geführt haben, ist sie trotzdem nicht richtig.

1. Vor 1400 Jahren gab es keine Autos; somit hat das nichts mit der Scharia zu tun.
2. Frauen haben im Islam auch Rechte und das seit 1400 Jahren - schon bevor das Christentum sie einführte; sie haben beispielsweise das Recht, arbeiten zu gehen und das Recht auf einen Ehevertrag. Das hier ist kein Wettbewerb, aber naja, du hast ja damit angefangen.
3. Saudi Arabien mag zwar die Geburtsstätte des Islam sein, aber den dort praktizierten Islam mögen die meisten Moslems nicht (die übrigens auch ein Fahrverbot für Frauen für lächerlich halten). Fakt ist, die Wurzeln der derzeitigen Monarchie in Saudi-Arabien liegen in einem Stamm, der gegen die Sunniten rebelliert hat. Wieso wir dagegen nichts unternommen haben, willst du wissen? Die Saudis werden gut beschützt - aber nicht von Moslems.

Die Gründung des modernen Saudi-Arabiens wurde von den Briten finanziert und aufgebaut. Diese wollten aus politischen Gründen die Wahabiten (extremistische Ausrichtung des Islam) dort unterstützen.

Und trotz all ihrer Barbarei und all den weltweiten Protesten (unter anderem die Proteste von - Schock und Horror - Moslems, die gegen die Beziehungen Großbritanniens zu Saudi-Arabien auf die Straße gingen), wäre eins besonders großartig: Wenn der "christliche Westen" der USA und Großbritannien endlich damit aufhören würden, die Saudis mit Waffen und Geld auszustatten.

Denn all die westlichen Freiheiten, von denen du sprichst, wurden sicher nicht von den noblen Grundsätzen des Christentums erfunden... sondern von mächtigen Politikern, die genau das verzerrte Bild des Islam gefördert haben, das du kritisierst. Ich hoffe, du hast das verstanden."

Diese Antwort hat gesessen.

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(vr)