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So viel ärmer wäre unsere Welt, wenn es den Islam nicht gäbe

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ISLAM
So viel ärmer wäre unsere Welt, wenn es den Islam nicht gäbe | Getty
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Die AfD hat seit einigen Monaten ein neues Wahlkampfthema: die Mobilisierung gegen eine angebliche islamische Gefahr in Deutschland.

Leider ist die Alternative für Deutschland relativ geschickt darin, mit den Ängsten der Deutschen zu spielen. Und so bestimmen die so genannten "Islam-Kritiker" die Diskussion über eine Weltreligion in unserem Land. Das hat Folgen. Wenn heute über Muslime gesprochen wird, dann meist in einem negativen Zusammenhang.

Es wird Zeit, den Spieß umzudrehen. Denn diese Welt hat dem Islam viel zu verdanken. Und ohne ihn wäre die Erde ein weit weniger lebenswerter Ort.

Die Huffington Post nennt fünf Dinge, die uns ohne den Islam fehlen würden.

1. Die Entwicklung der modernen Medizin

Das erste moderne Krankenhaus mit Pflegern und Ärzteausbildung stand in Ägypten: Das Ahmed-Ibn-Tulun-Krankenhaus in Kairo wurde im Jahr 872 gegründet. Patienten erhielten dort eine kostenlose medizinische Versorgung – eine alte muslimische Tradition, die mit der Erfindung des Krankenhauses institutionalisiert wurde.

Das Kairoer Krankenhaus wurde zum Modell für Hospitäler auf der ganzen Welt.

Auch die moderne Chirurgie wäre ohne einen Arzt muslimischen Glaubens undenkbar gewesen: Der in Andalusien geborene Mediziner Albucasis beschrieb bereits im zehnten Jahrhundert eine Eileiterschwangerschaft und entwickelte Methoden für chirurgische Eingriffe an der Speiseröhre.

Außerdem beschrieb Albucasis in seinem 30 Bände umfassenden Gesamtwerk, wie wichtig eine positive Art-Patient-Beziehung ist und plädierte für eine klassenlose Behandlung. Einsichten, die die Deutschland etwa erst 1.000 Jahre später Verbreitung fanden.

2. Wissen um sozialen Ausgleich

Natürlich, auch in muslimischen Ländern gibt es Menschen, die sich auf Kosten von anderen bereichern, die stehlen, bestechen, ausbeuten, unterdrücken. Auch dort gibt es eben einen gewissen Anteil an schlechten Leuten. Das ist nirgendwo auf der Welt anders.

Die Art und Weise aber, wie sozialer Zusammenhalt durch die Gebote der Religion gelebt werden, ist unter den großen Religionen weltweit einmalig. Der sozial engagierte Islam sorgt in vielen Ländern für soziale Sicherungssysteme, Armenspeisungen und Altenpflege.

Während des Ramadan sind reichere Bürger dazu aufgerufen, einen gewissen Anteil ihres Einkommens an die Armen zu spenden. Viele halten sich daran.

Man stelle sich vor, die reichsten 100 Deutschen spendeten jedes Jahr zu Weihnachten nur ein Promille ihres Vermögens zugunsten von Hartz IV-Empfängern. Es käme eine Milliardensumme zusammen.

3. Große Erfindungen der Vergangenheit

Wissenschaftler und Gelehrte aus der muslimischen Welt haben in den vergangenen 1.500 Jahren viel zum gesellschaftlichen Fortschritt auf dieser Welt beigetragen. Gerade, weil sie in einem Kulturraum tätig sein konnten, in dem sich die Forschung lange Zeit freier entfalten konnte als im "Abendland".

Das Ziffernsystem, die Zahnbürste, die Lupe (und mittelbar damit auch die Brille) – all das waren Dinge, die im arabischen Kulturraum entwickelt wurden. Auch die Gitarre ist eine Weiterentwicklung der arabischen Laute.

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4. Die Wellness-Kultur

Jahrhunderte, bevor es den Begriff gab, haben Muslime in aller Welt schon das zelebriert, was heute als "Wellness-Kultur" bekannt sind.

Sie haben sich in Hamams bei Massagen entspannt, sich mit kalten und warmen Aufgüssen gereinigt. Und die Erfindung der Wasserpfeife ist bis heute ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Genusskultur.

5. Das Wissen darum, was Nächstenliebe wirklich heißt

Mal ehrlich: Gerade dort, wo in Deutschland gegen die "Islamisierung des Abendlandes" demonstriert wird, ist es mit christlichen Werten wie der Nächstenliebe oft nicht mehr weit her. Da wird politischen Gegnern gedroht und gegen die Bundesregierung gehetzt. Da werden Andersgläubige kollektiv verachtet, und Religionen als „Ideologien“ verunglimpft.

Man fragt sich, was auf dem Marktplätzen von Bautzen oder Pirna eigentlich noch bewahrt werden soll. Das Christentum ist es jedenfalls nicht.

Dass der Islam entgegen aller verbreiteten Zerrbilder für die allermeisten Gläubigen eine Religion der Liebe ist, das weiß jeder, der mal in einem arabischen Land auf Reisen war.

Die Gastfreundschaft, mit der auch deutsche Reisende von der überwältigenden Mehrheit empfangen werden, sollte uns eine Erinnerung sein: Daran, dass unser Verständnis von miteinander stets durch jene gefährdet ist, die sich aus egoistischen Motiven den gemeinsamen Werte verweigern. In diesem Punkt tun sich Teile Sachsens und der Islamische Staat nicht viel.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

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(lk)