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"Wiederaufstieg der Nazis": Berlins Bürgermeister fährt schwere Geschütze gegen die AfD auf

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MICHAEL MUELLER BERLIN
Vor der Abgeordnetenhauswahl warnt Michael Müller vor der AfD. (Symbolfoto) | dpa
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  • Am 18. September findet die Abgeordnetenhauswahl in Berlin statt
  • Berlins Bürgermeister Michael Müller warnt vor einem "Wiederaufstieg der Rechten"
  • AfD-Spitzenkandidat Georg Pazderski wirft dem Bürgermeister "geistige Brandstiftung" vor

Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin fasst Bürgermeister Michael Müller (SPD) in Worte, wovor sich viele Vertreter der etablierten Parteien seit den vergangenen Landtagswahlen in diesem Jahr fürchten: vor einem Triumph der AfD.

"Aufpassen Berlin! Niemand sollte den Sonntag auf die leichte Schulter nehmen!", schreibt Müller auf seiner Facebook-Seite. Die vielen Entgleisungen der AfD würden sich nahtlos in ein durch und durch menschenfeindliches und rassistisches Weltbild einreihen, mahnte der Oberbürgermeister.

Müller: "Mit einem Rechtsruck wird sich das Leben in Berlin verändern"

Müller warnt deshalb vor einer Gleichgültigkeit in Bezug auf die Bevorstehende Wahl. "10-14 Prozent sind egal? Sie sind es nicht“, schreibt er. "Sie werden auf der ganzen Welt als ein Zeichen des Wiederaufstiegs der Rechten und Nazis in Deutschland gewertet werden."

Mit einem Rechtsruck werde sich das Leben in Berlin verändern, so Müller, der seine Botschaft auch als Gastbeitrag für die Tageszeitung "Taz" verfasste. Minderheiten würden nicht mehr nur im Netz, sondern auch auf der Straße angepöbelt werden, warnte er.

Berlin soll ein Zeichen setzen

Deswegen solle gerade Berlin nun ein deutliches Zeichen in die Welt senden. Schließlich, so Müller, sei Berlin die Stadt, "die sich von der Hauptstadt Hitlers und Nazi-Deutschlands zum Leuchtturm der Freiheit, Toleranz, Vielfalt und des sozialen Zusammenhalts entwickelt hat".

Pazderski wirft Müller "geistige Brandstiftung" vor

AfD-Spitzenkandidat Georg Pazderski wollte die Warnung von Michael Müller allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung "Der Tagesspiegel" warf der AfD-Mann Müller "geistige Brandstiftung" vor, die seines Amtes nicht würdig sei.

Aber auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe davor gewarnt, die AfD und deren Wähler als Rechtsradikale zu bezeichnen. Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte er: "Da müssen wir aufpassen. Wir kommen der AfD nicht bei, wenn wir sagen: 'Das sind Rechtsradikale'."

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(lk)