Huffpost Germany

Wirt bittet Burka-Trägerin, ihr Gesicht zu zeigen - das hat Folgen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BURKA
Niqab-Trägerinnen bei einer Salafisten-Demonstration in Düsseldorf | DPA
Drucken

Ein Gastwirt aus Bielefeld hat einen Shitstorm ausgelöst, nachdem er eine Niqab-Trägerin gebeten hatte, in seinem Restaurant ihr Gesicht zu zeigen. Das berichtet die "Rheinische Post" auf ihrer Website.

Im Ausflugslokal Seekrug wurde am vergangenen Sonntag das "Lichterfest" gefeiert. Dazu kamen etwa 3000 Gäste. Aufgrund der Terroranschläge in den vergangenen Monaten legte der Wirt Christian Schulz besonderen Wert auf die Sicherheit seiner Gäste.

Daher forderte er die Trägerin eines Niqab - umgangssprachlich meist als Burka bezeichnet - auf, den anderen Gästen ihr Gesicht zu zeigen. Als Gastgeber dürfe er dies verlangen.

"Muss meine Frau jetzt nackt kommen?"

Die Frau, nach Angaben der "Rheinischen Post" deutsche Staatsbürgerin, lehnte dies ab. "Stattdessen schimpfte sie gleich los", so Schulz. Er bat sie daraufhin, das Gelände zu verlassen.

Damit war die Angelegenheit aber noch nicht erledigt. Kurz nach dem Vorfall wurden die Facebook- und Google-Seiten des Seekrugs von negativen Kommentaren überschwemmt.

"Muss meine Frau nackt kommen, damit jeder sie betrachten kann? Oder darf sie ihnen das von ihrem Körper zeigen, was sie möchte?" schrieb ein Nutzer. "Auf Mallorca benehmt ihr euch wie die letzten Säue und in eurem Land wollt ihr, dass sich jeder so benimmt und kleidet, wie ihr es für richtig haltet", schreibt ein anderer.

Andere machten das Essen schlecht oder beschimpften Schulz schlicht als Rassisten: "Wer aus rassistischen Motiven sein Hausrecht missbraucht, ist für mich ein schlechter Wirt. Dieses Lokal kann nicht weiter empfohlen werden. Pfui!"

Auch Nazis werden des Lokals verwiesen

Gleichzeitig erfuhr Schulz aber auch viel Zuspruch.

"Wenn jemand mit einem rassistischen T-Shirt des Platzes verwiesen werden würde, gäbe es keine Beschwerden. Wenn die Bedenken aber einen anderen Grund haben, regen sich alle auf", schreibt ein Gast. "Ich habe drei Jahre in Saudi-Arabien gelebt und wäre nicht im Traum drauf gekommen, mich dort NICHT anzupassen!", schreibt eine Frau.

Schulz wehrt sich gegen den Vorwurf des Rassismus. Offenbar als Reaktion auf den Shitstorm postete er ein Bild mit ihm und seinem aus Afrika stammenden Koch.

Gegenüber "NRW.de" betonter er, dass er auch Gäste, die als Rechtsradikale zu erkennen seien - zum Beispiel, weil sie Kleidung der Marke Thor Steinar tragen - rausschmeiße.

"Auf der Straße kann ich nichts machen, aber in meinem Lokal muss ich sie nicht dulden", sagte Schulz gegenüber dem Portal.

Auch auf HuffPost:

”ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun“ - Ein Experte findet klare Worte

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(ben)