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"Rewe, wir müssen reden": Der wütende Brief eines Kunden

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REWE
Rewe, wir müssen reden. | Screenshot
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"Compact": Eine Zeitschrift, die polarisiert. Sie wird der rechten Szene zugeordnet und fungiert seit 2015 als Sprachrohr der Partei "Alternative für Deutschland".

Diese Tatsache stößt einigen Bürgern sauer auf. Und neuerdings auch Rewe-Kunden. Denn das Magazin, das sich 2013 den Beinamen "Magazin für Souveränität" einverleibte, steht dort in den Regalen.

Ein Kunde, der sich bei Facebook "Antifa Genussmittel GmbH" nennt, ist über die Entscheidung der deutschlandweiten Supermarkt-Kette empört. Und konfrontiert das Unternehmen auf der hauseigenen Facebook-Seite mit dem Vertrieb des "Compact - Magazin für Souveränität".

"Antifa Genussmittel GmbH" schreibt:

"Rewe, wir müssen reden. Das ist bestimmt ein Versehen, dass es bei euch Compact zu kaufen gibt, oder? Der Mitarbeiter, der das bestellt hat, weiß sicherlich nicht, worum es sich bei Compact handelt. Oder gibt es demnächst auch Waffen von migrantenschreck.ru in eurem Sortiment?"

Um dem Text mehr Aussagekraft zu verleihen, lädt der Kunde ein "Beweisfoto" hoch. Das belegt, dass dort tatsächlich das Magazin im Regal steht. Und das auch noch in einer hervorgehobenen Position.

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Die Antwort von Rewe ließ nicht lange auf sich warten - und den Kunden noch wütender machen. Das Unternehmen vertritt, vereinfacht gesagt, die Ansicht, dass auch dieses Magazin ein Recht auf die Verbreitung hat: "Der Einzelhändler soll nicht die Möglichkeit haben, nach seinem Geschmack oder seiner politischen Überzeugung die von ihm vertriebenen Presseerzeugnisse nach Titel und Menge zu selektieren", zitiert das Social-Media-Team die Vertriebs-Charakteristika aus dem Presse-Grosso (Bundesverband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten e.V.).

Und: Die Rewe Group könne sich ihr Angebot im Zeitschriftenregal nicht selbst aussuchen: "Konkret auf Ihre Anfrage bezogen, haben diverse REWE Märkte, keine Einflussmöglichkeit auf ihr Sortiment an Presseerzeugnissen."

Diese Antwort macht stutzig: Hatte die Supermarkt-Kette Edeka das Magazin doch ebenfalls im Sortiment - und keine Probleme damit, das Produkt innerhalb weniger Stunden vollständig aus den Filialen zu verbannen.

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Auf Nachfrage der Huffington Post wollte Rewe sich nicht zu den Auswahl-Kriterien in Bezug auf das Zeitschriften-Angebot äußern. Auch zu der Tatsache, weshalb es dem Konkurrenten Edeka gelang, "Compact" aus dem Sortiment zu nehmen, schwieg das Unternehmen.

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(vr)