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"My First Lady": So nah ist der Kino-Film über Barack und Michelle Obama an der Realität

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MY FIRST LADY KINO
"My First Lady" im Kino: So sollen sich Barack Obama (Parker Sawyers) und Michelle (Tika Sumpter) näher gekommen sein | capelight.de
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  • "My First Lady" ab Donnerstag im Kino
  • Die Story von Barack und Michelle Obama
  • Es könnte kitschig werden, doch der Liebesfilm bietet Tiefgang

US-Präsident Barack Obama und seine Michelle - ihre Geschichte kommt ab dem 15. September auf die Kino-Leinwand. Dabei zeigt das Dokudrama "My First Lady" das junge Paar beim ersten Date.

Es ist August 1989, ein schwüler Sommertag in Chicago. Im Radio dröhnt Janet Jacksons "Miss You Much". Ein junges Paar ist zum ersten Date verabredet. Er raucht nervös am Steuer seines alten, rostigen Autos. Sie macht sich im Elternhaus sorgfältig zurecht. Hochfrisur, Schminke, ein enger weißer Rock. "Wie heißt denn der Junge", fragt ihr Vater. "Barack Obama, ein Kollege. Er ist ein Aushilfsanwalt, der aus Harvard", klärt Michelle Robinson ihre Eltern auf.

Michelle: "Das ist kein Date"

"My First Lady" ist ein ganz besonderer Liebesfilm - schließlich geht es um das erste Rendezvous von Amerikas berühmtestem Ehepaar. Das Doku-Drama hat den Charme von Richard Linklaters Kult-Romanze "Before Sunrise", in der sich Celine (Julie Delpy) und Jesse (Ethan Hawke) beim ersten Spaziergang durch Wien kennenlernen und vor den Augen der Zuschauer ineinander verlieben.

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Ortswechsel in die South Side Chicagos, einem Schwarzenviertel, in dem die Tochter eines Schlossers und einer Sekretärin aufwächst. In "Southside With You", so der englische Titel des Films, arbeitet die 25-jährige Michelle als Anwältin in einer großen Kanzlei. Barack steckt mit 28 Jahren noch in der Ausbildung, sie ist seine Vorgesetzte.

Und gleich am Anfang ihres Treffens stellt sie klar. "Das hier ist kein Date", nur ein Treffen von Kollegen. Doch der Widerstand schmilzt schnell dahin. Es geht ins Museum, dann in den Park, später zu einer Gemeindeversammlung, am Abend ins Kino. Und dann der erste Kuss mit Schokoladengeschmack vor einem Eissalon.

So sehr hält sich "My First Lady" an die Geschichte

Und war es wirklich so? Natürlich habe er sich künstlerische Freiheiten genommen, erzählt der 31-jährige Richard Tanne über sein intelligentes, fesselndes Regiedebüt. Teilweise hielt er sich an Fakten. Das erste Date führte Amerikas "First Couple" tatsächlich ins Museum, ins Kino ("Do The Right Thing") und am Ende in die Eisdiele.

Sein Film sei "einfach eine Love Story, wie zwei gescheite Menschen sich annähern und ineinander verlieben", erklärt Tanne der US-Zeitung "San Francisco Chronicle". Die Dialoge sind frei erfunden, aber so geistreich und treffend, dass man tatsächlich glaubt, beim ersten Date des zukünftigen Präsidentenpaares Mäuschen zu spielen.

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Tika Sumpter und Parker Sawyers spielen das "First Couple"

Auch die kaum bekannten Hauptdarsteller sind ein Glücksgriff. Tika Sumpter (36, "Ride Along, Get On Up") verwandelt sich in die wortgewandte Michelle, die dem selbstsicheren Kollegen charmant Paroli bietet.

Der britische Schauspieler Parker Sawyers ("Zero Dark Thirty"), der auch in Oliver Stones "Snowden" zu sehen ist, überzeugte den Regisseur mit seiner perfekten Obama-Nachahmung, die er allerdings abschwächen musste. Er habe Sawyers angewiesen, einfach nur einen Mann zu spielen, der seine Angebetete beeindrucken will, erzählt Tanne. Was bleibt ist ein junger Obama pur, mit einem einnehmenden Lachen, schlagfertigen Antworten, Verletzlichkeit, Wärme und nachdenklichen Betrachtungen.

Für "My First Lady" gab es bereits beim Sundance Festival im vergangenen Januar lauten Applaus. Dass der amtierende Präsident im im laufenden Wahljahr auf die Leinwand kommt, sei kein politisches Kalkül gewesen, versichert Tanne. "Das ist kein Präsident-Obama-Film. Es ist der Barry-und-Michelle-Film".

Wie reagierten Michelle und Barack Obama?

Und was sagt das "First Couple" zu der Love Story? Von offizieller Seite habe er noch nichts gehört, meint Tanne. Er setzt aber auf den US-Musiker und Oscar-Preisträger John Legend (37, "Glory"), der als ausführender Produzent mitwirkte.

Legend sei mit den Obamas befreundet und habe ihnen den Film empfohlen. "Ich würde liebend gerne ihre wirklich Reaktion hören", erklärt der Regisseur. Die kann eigentlich nur positiv ausfallen.

"My First Lady", USA 2016, 84 Min., FSK o.A., von Richard Tanne, mit Tika Sumpter, Parker Sawyers

(cho)

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