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Was du wissen solltest, wenn du deinen Job hasst

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JOB UNGZUFRIEDEN
Unzufriedenheit im Job kann krank machen. | iSTock
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Jeder hat mal einen schlechten Tag im Büro, und dass es im Job immer wieder Phasen gibt, die besonders stressig sind, ist ebenfalls normal. Wer mit seiner Arbeit jedoch dauerhaft unglücklich ist, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, sich eine andere Stelle zu suchen. Denn im schlimmsten Fall kann der Job richtig krank machen.

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der American Sociological Association - und wir sollten es sehr ernst nehmen: Wer in den 20ern und 30ern im Job unzufrieden ist, könnte in den 40ern gesundheitliche Probleme bekommen.

"Wir haben herausgefunden, dass es eine kumulierende Wirkung zwischen Job-Zufriedenheit und Gesundheit gibt, die sich bereits ab einem Alter von 40 Jahren zeigt", sagte Jonathan Dirlam von der Ohio State University, der die Studie leitete.

Wer unglücklich ist, hat ein höheres Krankheitsrisiko

Das Forscherteam um Dirlam analysierte Daten von mehr als 6000 Teilnehmern einer Langzeitstudie - der National Longitudinal Survey of Youth - bei der die Teilnehmer seit 1979 begleitet wurden.

Dabei verglichen sie die Daten zur Zufriedenheit im Beruf der Teilnehmer zwischen dem 25. und 39. Lebensjahr mit ihrem Gesundheitszustand nach ihrem 40. Geburtstag.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Wer am Anfang seiner Karriere unglücklich war, war später anfälliger für Krankheiten. Insbesondere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen, Ängste und emotionale Probleme traten bei den über 40-Jährigen häufiger auf. Sie neigten zudem häufiger zu Rückenschmerzen und Erkältungen.

Wer hingegen schon in jungen Jahren mit seinem Job zufrieden war, zeigte später weniger Anfälligkeiten für Krankheiten.

Psychische Krankheiten können sich zu körperlichen Problemen entwickeln

Die Ergebnisse der Untersuchung sind extrem wichtig und sollten sehr ernst genommen werden. Denn auf psychische Erkrankungen können auch körperliche folgen, wie Hui Zheng, ein Co-Autor der Studie, erklärt:

"Die hohen Werte von psychischen Krankheiten bei denen, die im Job unzufrieden sind, könnten ein Vorbote für künftige körperliche Probleme sein. Ängste und Depressionen könnten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Problem führen, die sich erst im höheren Alter zeigen."

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Wer unzufrieden ist, hat mehr Fehlzeiten

Eine Untersuchung der Krankenkasse AOK stützt die Ergebnisse aus den USA. Eine Umfrage unter 2000 Arbeitnehmern kam erst kürzlich zu dem Ergebnis, dass unzufriedene Menschen häufiger krank und mit ihrer eigenen Gesundheit unzufrieden sind. Im Vergleich zu den zufriedenen Mitarbeitern, fehlten die unglücklichen doppelt so oft im Büro.

"Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit", sagte Helmut Schröder, einer der Autoren des Berichts.

Umso alarmierender ist es, dass Studien zufolge höchstens jeder zweite Deutsche mit seinem Job zufrieden ist.

Stellt euch die Frage, warum ihr unglücklich seid

Viele Menschen haben Erwartungen an ihren Beruf, den dieser nicht erfüllt und sind deshalb unglücklich. Auch das ist ein Ergebnis des AOK-Berichts. Eine Mehrheit der Arbeitnehmer wünscht sich offenbar mehr Lob und Vertrauen durch den Vorgesetzten. Viele sind auch mit ihrem Gehalt nicht zufrieden oder wünschen sich mehr Mitspracherecht.

Psychologe Manuel Tusch hat einen Tipp für unzufriedene Mitarbeiter. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" sagte er:

"Jeder muss an sich selbst arbeiten. Dazu gehört vor allem ein gesunder Erwartungsmix. Wenn wir von allem - Geld, Verantwortung, Status - ein bisschen, aber von nichts zu viel erwarten, dann werden wir viel entspannter und zufriedener sein."

Menschen, die sich allerdings durch Stress und Druck in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen und die deshalb mit ihrem Job unzufrieden sind, dürfte dieser Hinweis allerdings nicht viel helfen.

Wer das Gefühl hat, auf Dauer unzufrieden zu sein, sollte sich dringend die Frage stellen, woran das liegt - und dann eine Entscheidung treffen. Kein Job der Welt sollte wichtiger sein als die eigene Gesundheit.

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(lk)