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Gysi ist wieder da – und er hat einen Plan, wie er Merkel vom Thron stoßen will

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GREGOR GYSI
Gregor Gysi im Bundestag | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Gregor Gysi will erneut für den Bundestag kandidieren
  • Und er will, dass sich die Linke an der nächsten Bundesregierung beteiligt

Als Gregor Gysi auf dem Parteitag in Bielefeld im letzten Jahr seinen Rückzug aus der Parteispitze der Linken verkündete, flossen Tränen. Selbst seine politischen Gegner mussten zugeben, dass sie den scharfzüngige Redner der deutschen Politik fehlen werde. Doch jetzt kommt alles anders.

Gysi ist wieder da.

Er will 2017 erneut für den Bundestag kandidieren. Er habe diese Entscheidung "nach reiflicher Überlegung" getroffen und komme damit "Bitten und Signalen" vor allem aus seinem Wahlkreis nach, sagte der 68-Jährige dem "Berliner Kurier".

"Die CDU/CSU muss in die Opposition"

Und Gysi hat ein klares Ziel. Er machte sich für Rot-Rot-Grün als Alternative zur GroKo stark. "Angela Merkel hat Europa entsolidarisiert wie kein Kanzler zuvor. Die CDU/CSU muss in die Opposition, auch damit sie die AfD überflüssig machen kann", sagte Gysi dem Blatt.

Die Linke müsse "noch mehr Verantwortung übernehmen". "Der Protest gegen Merkel muss in die richtigen Bahnen, damit sich endlich etwas positiv entwickelt im Land."

"Deutschland und Europa brauchen eine andere, eine soziale, friedliche und demokratische Politik." Dies sei "eine schon fast historische Notwendigkeit" und gehe nur mit einer starken Linken.

Auf einen Platz auf der Berliner Landesliste wolle er verzichten und nur als Direktkandidat im Bezirk Treptow-Köpenick antreten. Diesen hatte Gysi mehrfach direkt gewonnen - zuletzt 2013 mit 42,2 Prozent der Erststimmen.

"Er ist einer derjenigen, die Scharfsinniges und Kluges zu linker Politik beizutragen haben"

Die Linke bejubelte Gysis Ankündigung. "Klar freue ich mich, dass Gregor wieder für Treptow-Köpenick ins Rennen geht", sagte der Berliner Linken-Chef Klaus Lederer dem "Tagesspiegel".

"Ich hab darauf auch gehofft. Denn er ist zum einen in diesem Bezirk wirklich an den Problemen der Leute dran, und zum zweiten nach wie vor einer derjenigen, die Scharfsinniges und Kluges zu linker Politik beizutragen haben, im Kleinen wie im Großen. Tolle Sache!”

Auch Dietmar Bartsch, Gysis Nachfolger im Amt des Fraktionsvorsitzenden, begrüßte die Entscheidung Gysis. "Ich freue mich, dass Gregor Gysi seinen Wahlkreis Treptow-Köpenick verteidigen will und nach meiner Einschätzung auch wird", sagte Bartsch ebenfalls dem "Tagesspiegel".

Nach zehn Jahren an der Fraktionsspitze hatte Gysi im Juni 2015 auf dem Linken-Parteitag in Bielefeld seinen Rückzug angekündigt. Seit Oktober 2015 wird die Bundestagsfraktion in einer Doppelspitze von Sahra Wagenknecht, der Wortführerin des linken Flügels, und dem Reformer Dietmar Bartsch geführt.

Mit Material der dpa

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