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"Galaxy-Note-7-Debakel": So sehr schadet die Rückrufaktion Samsung

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SAMSUNG
GaudiLab / Shutterstock.com
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  • Samsung ruft das Galaxy Note 7 zurück
  • Konkurrent Apple geht mit neuem Gerät auf den Markt - das kostet Kunden
  • Bekommt Samsung das Problem rechtzeitig in den Griff?

Der Rückruf des Galaxy Note 7 ist für Samsung ein wahres Debakel und könnte zu kaum einer schlechteren Zeit kommen. "Wenn ein Kunde sich jetzt ein Smartphone kauft, dann kauft er ein iPhone 7 und kein Note 7", erzählt Mark Newman, Analyst bei Bernstein, dem Portal "CNN Money".

Newman spekuliert, dass die weltweit gut 2,5 Millionen wegen Brandgefahr zurückgerufenen Geräte auch Verkäufe im kommenden Jahr beeinflussen könnten - insofern das Unternehmen die Angelegenheit nicht schnell in den Griff bekommt.

Bald vergessen?

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Wahrscheinlicher ist für Newman jedoch, dass die Sache in wenigen Monaten wieder vergessen ist, schließlich sei "Samsung eine starke Marke mit großartigen Produkten. [Und] die meisten davon explodieren nicht." Gleichzeitig schadet der Rückruf aber dem Ansehen und dem Kundenvertrauen in den Konzern.

Nicht zuletzt, da deutsche und internationale Fluggesellschaften wie die Lufthansa oder Virgin Australia auf ihren Flügen die Nutzung der Geräte untersagen. Samsung selbst riet zuletzt dazu, das Smartphone wenn möglich gar nicht mehr zu benutzen.

Horrorszenario

Bryan Ma, Analyst bei IDC, zeichnet gegenüber "Bloomberg" ein mögliches Düster-Szenario für den Konzern: "Samsungs Alptraum wird schlimmer und schlimmer."

Man könne sich vorstellen, dass Fluggesellschaften in Zukunft alle Samsung-Smartphones verbannen könnten, da diese teils schwer vom Note 7 unterscheidbar sind. Falls dies passiere, so würde "das Note 7 das restliche Portfolio mit nach unten ziehen."

Trotz der Rückrufaktion sind offenbar noch zahlreiche Geräte im Umlauf. Laut einem Bericht der britischen "BCC", schaltete Samsung große Anzeigen in südkoreanischen Zeitungen, um darauf hinzuweisen, dass die Akkus verbliebener Modelle auf eine Kapazität von nur 60 Prozent gedrosselt werden sollen. Dazu soll am 20. September ein Software-Update ausgespielt werden. Ob und wann dieses Update im Rest der Welt verfügbar sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Problem behoben?

Ein Samsung-Sprecher versicherte der "BBC" unterdessen: "Basierend auf einer gründlichen Inspektion, können wir nun sicher sein, dass das Batterieproblem in den Austauschgeräten, die in Kürze in Europa eintreffen werden, komplett behoben ist." Betroffene Nutzer können ihr Smartphone ab dem 19. September bei ihrem Händler gegen ein Ersatzgerät austauschen. Ein fader Beigeschmack wird jedoch zunächst bleiben.