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In Bautzen trafen Links- und Rechtsextreme aufeinander

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BAUTZEN
Refugees and asylum seekers stand near the 'grain market' in Bautzen, eastern Germany on September 14, 2016.Around 80 violent men and women - mostly from the political right spectrum - exchanged verbal and physical attacks against 20 young asylum seekers on September 14, 2016, annonced the police department of Goerlitz. / AFP / dpa / Christian Essler / Germany OUT (Photo credit should read CHRISTIAN ESSLER/AFP/Getty Images) | CHRISTIAN ESSLER via Getty Images
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Bautzen kommt nicht zur Ruhe. Nachdem es in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag zu Ausschreitungen zwischen etwa 20 Flüchtlinge und 80 Rechtsextremen gekommen war, trafen gestern Links- und Rechtsextreme Demonstranten aufeinander.

Um 20 Uhr traf sich der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens auf dem Kornmarkt - dem Schauplatz der Krawalle der letzten Nacht - mit etwa 200 Anwohnern und Einheimischen. Nach Polizeiangaben trafen auch etwa 150 Vertreter des rechten Milieus ein. Augenzeugen berichten auf Twitter von rechten Pöbeleien gegen den Bürgermeister.

Nachdem Ahrens den Platz verlassen hatte, blieben die Rechten zurück. Offenbar wartete sie auf das Eintreffen linker Demonstranten aus Leipzig und Dresden der linken Gruppe "Kaltland Reisen".

Rechte bepöbeln den Oberbürgermeister

Als die Linken um 21.45 eintreffen, wurden sie von auf dem Kornmarkt bereits von etwa 300 Vertretern des rechten Milieus erwartet. Der "Tagesspiegel" berichtet unter Berufung auf den sächsischen Grünen-Vorsitzenden Jürgen Kasek, dass etwas 50 Linke angereist waren. Die Polizei dagegen spricht von 25.

Nach Angaben von Kasek habe die Polizei die beiden Gruppen durch eine Kette getrennt. Über die Polizeikette hinweg seien immer wieder Flaschen geflogen. Er beschrieb die Stimmung als "sehr, sehr aggressiv". Nach Berichten auf Twitter riefen die Rechten in Sprechchören "Frei, sozial, national" und "Wir wollen keine Asylantenschweine".

Journalisten stellen aus Angst die Berichterstattung ein

Es kam auch zu Übergriffen auf Journalisten. Auf einem von Fotojournalisten Christian Ditsch über Twitter geteilten Bild ist zu sehen, wie ein Vertreter des rechten Spektrums versucht, einem Kameramann gegen den Kopf zu treten.

Im offiziellen Polizeibericht ist zudem von Ermittlungen gegen einen 30-Jährigen wegen Körperverletzung die Rede, der einem Kameramann "auf den Arm geschlagen" haben soll.

Ausgangssperre für Flüchtlinge

Die Rechten zeigten auch verbotene Zeichen. Die Polizei berichtet, dass "in drei Fällen das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole" registriert wurde und in einem Fall der "Ruf einer rechten Parole, die als Volksverhetzung zu werten war."

Die Flüchtlinge, die sich gestern Abend Ausschreitungen mit Rechten geliefert hatten, waren unterdessen in ihrer Unterkunft. Vier Rädelsführer aus einem Wohnheim im Alter zwischen 15 und 20 Jahren wurden an andere Standorte gebracht, damit sie keinen Einfluss mehr auf ihre Mitbewohner ausüben können, wie der Landkreis Bautzen am Donnerstag mitteilte.

Außerdem wurde die Hausordnung in dem vom Landkreis betriebenen Heim verschärft: Für die etwa 30 in Bautzen lebenden unbegleiteten, minderjährigen Asylbewerber gelten fortan ein Alkoholverbot und eine Ausgangssperre ab 19.00 Uhr.

Mit Material der dpa

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