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AfD-Spitzenkandidat in Berlin erklärt: Das haben die AfD und Muslime gemeinsam

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GEORG PAZDERSKI
Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Der Spitzenkandidat der AfD überrascht mit einer positiven Aussage über den Islam
  • Er findet eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen Muslimen und AfD-Wählern
  • Damit widerspricht er aber früheren Aussagen seiner Partei

Der ehemalige Bundeswehroffizier Georg Pazderski ist der Spitzenkandidat der AfD für die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am Sonntag. Seine Aussagen unterscheiden sich aber von der sonst so gehässigen Rhetorik seiner Parteikollegen.

Denn im Gegensatz zu zum Beispiel Beatrix von Storch – mit der er sich den Landesvorsitz der Partei in Berlin teilt – hetzt der 64-jährige nicht gegen den Islam. Ganz im Gegenteil, Pazderski findet zwischen seiner Partei, den Wählern seiner Partei und den Muslimen sogar eine Gemeinsamkeit:

Auch die Muslime hätten einen sehr großen Familiensinn.

Im Islam und bei der AfD stehe die Familie im Zentrum

„Das ist bei vielen Muslimen so. Da ist die Familie der Mittelpunkt. Auch wir von der AfD sehen in der Familie den wichtigsten Baustein einer Gesellschaft. Auch für uns gehört die Familie ins Zentrum“, sagte er gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“.

Das scheint früheren Aussagen des AfD-Mannes zu widersprechen. Noch im August sagte Pazderski der Huffington Post: „Berlin ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Islam nicht in dieses Land gehört.“

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Versucht er sich nun aus taktischen Gründen von den hetzerischen Tönen seiner Partei abzugrenzen?

Dass AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry kürzlich das Wort „völkisch“ nicht als negativ verstanden wissen wollte, weist Pazderski gegenüber der "Welt" zurück: „Das Wort ist eindeutig negativ besetzt, es wird gleichgesetzt mit rassistisch.“

Kein Wahlerfolg wie in Meck-Pomm zu erwarten

Einen Wahlerfolg wie in Mecklenburg-Vorpommern kann der ehemalige Bundeswehroffizier nicht erwarten.

Derzeit liegt die AfD in Umfragen bei 14 Prozent. Stärkste Kraft dürfte die SPD werden, den Platz hinter ihr teilen sich die CDU und die Grünen. Die Linke kommt wie die AfD auf 14 Prozent. Gerade noch in das Abgeordnetenhaus schafft es die FDP mit 6 Prozent.

Aber Pazderski hat ohnehin Größeres vor: „Langfristig wäre ein außen- oder sicherheitspolitischer Job auf Bundesebene auch eine sehr interessante Option für mich.“

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