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Deutsche Sprach-Forscher: Diesen Buchstaben des Alphabets könnten wir einfach abschaffen

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ABC BISCUITS
Ausgehend von seinem Laut ist das V in unserem Alphabet überflüssig | Boltenkoff via Getty Images
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  • Sprachwissenschaftler stellen die Existenz des Buchstaben V in Frage
  • Das V könne ohne weiteres durch ein W oder F ersetzt werden

Sprache verändert sich kontinuierlich. Neue Wörter kommen hinzu, Anglizismen werden eingedeutscht und auch die Bedeutung einzelner Worte verändert sich mit der Zeit.

Das ist ein ganz natürlicher Prozess. Denn wenn Sprache als Spiegel der Gesellschaft verstanden werden kann, ist es ganz normal, dass sie sich weiterentwickelt - genau wie die Gesellschaft selbst.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hinterfragt beispielsweise, ob der Buchstabe V überhaupt eine Daseinsberechtigung hat. Denn wie wichtig könne ein Buchstabe schon sein, der eigentlich gar keinen eigenen Laut hat?

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Eigentlich könnte man V durch W oder F ersetzen

Eigentlich könnte man in allen deutschen Wörtern das V durch ein W oder F ersetzen, meint die Gesellschaft für deutsche Sprache. Denn lautlich klingen sie gleich.

Wie unsere Texte wohl so ganz ohne den dreiundzwanzigsten Buchstaben des Alphabetes aussehen würden? Fielleicht doch etwas merkwürdig:

Aus Valentina, Viktor und Victoria würden dann Walentina, Wiktor und Wiktoria werden. Unsere Väter würden wir nur noch Fater nennen und aus Vasen würden Wasen werden. Und wie würden wir dann eigentlich zwischen viel und fiel unterscheiden?

"...blühe deutsches Faterland"

Bei der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft würden die deutschen Fans „Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Faterland“ singen.

Die unsichere Stellung des Konsonanten hat ihre Wurzeln schon im vierten Jahrhundert, als Wulfila für die Übersetzung der Bibel ein eigenes Alphabet aus Runen und griechischen Buchstaben entwickelte, das berichtet "Die Welt".

Dabei stand für das U eine Rune und für das V der griechische Buchstabe Y. Aus diesem entwickelte sich später das V.

Auch die Einflüsse des Lateinischen auf die deutsche Sprache spielen dabei eine Rolle. Im klassischen Latein wird nämlich gar nicht zwischen U und V unterschieden.

V nimmt Sonderstellung ein

Lange Zeit gab es überhaupt keine Rechtschreibregeln, was das V angeht. Diese entwickelten sich erst viel später, als sich mit der Zeit die Benutzung von V als Kapitalbuchstabe durchsetzte. Das U wurde nur noch im Wortinneren benutzt.

Im 17. Jahrhundert setzten Grammatiker schließlich die Unterscheidung zwischen U als Vokal und V als Konsonant durch und es gab zum ersten Mal feste Regeln für deren Verwendung.

Doch bis auf weiteres sieht es so aus, als dürften Valentina, Viktor und Viktoria ihren Anfangsbuchstaben behalten. Denn wie die Gesellschaft für deutsche Sprache sagt, ist eine völlige Abschaffung des Konsonanten eher unwahrscheinlich.

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(vr)