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Statistik: Lohnspreizung gestoppt - für Spahn ist das die Wahrheit, die niemand sehen will

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  • Statistisches Bundesamt bestätigt: Lohngefälle gestoppt
  • Die Differenz zwischen Gering- und Topverdiener ist nahe zu konstant
  • Im Video erklärt Jens Spahn: "Deutschland geht es so gut wie noch nie"

Geringverdiener bekommen immer weniger, Topverdiener stetig mehr. Die Schere zwischen den Gruppen wächst - nicht mehr. Zwischen 2010 bis 2014 blieb das Verhältnis zwischen den Bruttostundenlöhnen von Spitzenverdienern und jenen von Menschen mit niedrigen Einkommen nahezu konstant. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Die Behörde untersucht alle vier Jahre die Verdienststruktur in der Bundesrepublik.

Demnach haben Spitzenverdiener (obere zehn Prozent) 2014 brutto pro Stunde im Schnitt 3,41-mal so viel wie die unteren zehn Prozent verdient. 2010 lag das Verhältnis bei 3,45, im Jahr 2006 bei 3,33. "Der langjährige Trend einer zunehmenden Lohnspreizung ist gestoppt", schrieben die Statistiker.

Das Fazit liegt nahe: "Deutschland geht es so gut wie nie", sagte Jens Spahn (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, schon in der Schlussrunde des Haushaltsgesetzes 2017. Diese seht ihr oben im Video.

Ab wann gehört ihr zum Durchschnitt?

Zur Spitzengruppe zählen der Statistik zufolge Arbeitnehmer ab 31 Euro Bruttostundenlohn, zu den unteren zehn Prozent bis 9,10 Euro.

Zwar ist der Abstand der Besserverdiener zur Mitte der Lohnskala (16,65 Euro) bis 2014 weiter leicht gestiegen. Zugleich holten aber Geringverdiener im Verhältnis zur Mitte etwas auf - gerade in Ostdeutschland. Dort fiel damit das Lohngefälle insgesamt deutlich.

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Wie entwickelt sich der Bereich der Niedriglöhne?

Ebenso ist bundesweit der Anteil der Beschäftigten mit Niedriglöhnen seit 2010 nicht weiter gewachsen, während jener mit Spitzenlöhnen leicht stieg.

Zum Niedriglohn-Bereich zählen Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes (11,09 Euro Bruttostundenlohn 2014) bekommen. Als Spitzenverdiener zählen solche, die mehr als das Eineinhalbfache verdienen - 24,96 Euro je Stunde.

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Bei den Berechnungen werden Voll- und Teilzeitbeschäftigte sowie geringfügig Beschäftigte berücksichtigt. Sie lassen keine Rückschlüsse auf die Folgen des Mindestlohns zu, der seit 2015 gilt. Die Ergebnisse decken sich mit einer jüngst vorgestellten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der zufolge die Lohnungleichheit zwischen 2009 und 2013 nicht zugenommen hat.

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