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Der Grund, warum Kinder andere mobben, ist meist bei den Eltern zu finden

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MOBBING
Mobbing beginnt in der eigenen Familie | iStock
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Kennt ihr das? Ein Kind macht ständig Ärger, triezt und hänselt die anderen oder auch nur ein bestimmtes Kind in der Gruppe. Auf das Verhalten ihres Kindes antworten die Eltern dann häufig mit Unverständnis: "Ich weiß gar nicht, warum er das macht! Von uns hat er das nicht gelernt."

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie Wissenschaftler in verschiedenen Studien belegen konnten.

Eltern, die im Umgang mit ihren Kindern besonders streng sind, erziehen sie häufig zu Menschen, die entweder andere mobben, oder selbst gehänselt werden. Auch ein sehr freizügiger und nachlässiger Erziehungsstil kann demnach kleine Tyrannen hervorbringen.

Strenge Erziehung wirkt sich negativ auf die Entwicklung aus

Forscher der Washington University und der Arizona State University führten eine Studie mit mehr als 400 Studenten durch, bei der sie die Kindheit der Probanden rückwirkend bewerteten. Das berichtet das Wissenschafts-Magazin "Scientific American".

Sie stellten fest, dass Kinder, die liebevoll, aber mit Regeln und Grenzen erzogen wurden, am seltensten andere schikanieren.

Kinder hingegen, die sehr strenge oder sehr nachlässige Eltern hatten, entwickelten sich häufiger zu Persönlichkeiten, die andere quälten.

Andere Untersuchungen zeigen in eine ähnliche Richtung: Eine strenge Erziehung, die Strafen beinhaltet, scheint sich auf Dauer negativ auf das Sozialverhalten von Kindern auszuwirken. Das belegt unter anderem eine Studie aus Spanien, bei der mehr als 2000 Schüler untersucht wurden.

Wer zu Hause unter Druck gesetzt wird, wird häufiger gemobbt

Dabei zeigte sich auch, dass der Erziehungsstil sich unterschiedlich auf Jungen und Mädchen auswirkt. Mädchen neigten eher dazu, andere zu mobben, wenn sie von den Eltern körperlich bestraft wurden, während Jungen sensibler auf psychologisch eingesetzte Disziplin der Eltern reagierten.

Für beide Geschlechter zeigte sich, dass eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, Opfer von Mobbing zu werden, wenn die Eltern sie psychisch unter Druck setzten.

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Autoritativer Erziehungsstil bringt die glücklichsten Kinder hervor

Wichtig ist, zwischen einem autoritären und einem autoritativen Erziehungsstil zu unterscheiden.

Bei der autoritativen Erziehung setzen Eltern klare Grenzen, bringen ihren Kindern aber gleichzeitig viel Liebe und Aufmerksamkeit entgegen. Eine autoritäre Erziehung ist hingegen von strengen Regeln geprägt. Die Eltern üben starke Kontrolle aus und zeigen weniger Zärtlichkeit.

"Ein autoritativer Erziehungsstil beschützt Kinder vor so vielen negativen psychologischen Auswirkungen, dass Leute, die sich wünschen, bessere Eltern zu sein, Unterricht in autoritativer Erziehung nehmen sollten", sagte Julie A. Patock-Peckham, Professorin an der Arizona State University.

Sie fasst zusammen: "Wenn du nicht möchtest, dass dein Kind andere mobbt, dann solltest du es selbst nicht mobben."

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(vr)