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"Unser Song 2017": So soll eine neue Castingshow Deutschland beim ESC zum Erfolg führen

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UNSER SONG 2017
"Unser Song 2017": Die neue Castingshow der ARD | Screenshot eurovision.de
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  • "Unser Song 2017": Die Suche nach einem Kandidaten für den ESC startet jetzt
  • Am 9. Februar findet der ESC-Vorentscheid statt
  • In der Jury: Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen

Seit einigen Jahren verläuft der "Eurovision Song Contest" für Deutschland immer ziemlich enttäuschend. Der große Erfolg blieb nach dem Sieg von Lena Meyer-Landrut im Jahr 2010 aus.

Im vergangenen Jahr gab es für die deutsche Kandidatin Jamie Lee lediglich 11 Punkte und damit den letzten Platz. 2015 waren es sogar glatte null Punkte für Deutschland.

Das soll sich jetzt ändern: Mit der Castingshow "Eurovision Song Contest - Unser Song 2017" will die ARD Deutschland wieder auf Erfolgskurs bringen. Am 9. Februar performen fünf Nachwuchssängerinnen und -Sänger in einer Live-Show vor einer Prominenten-Jury. Barbara Schöneberger führt als Gastgeberin durch den Abend. Sie ist es ja auch schließlich, die die vergangenen Jahre in Hamburg zur ESC-Party auf der Bühne stand.

"Unser Song 2017" soll Deutschland wieder zum Erfolg führen

Die Jury, bestehend aus Lena Meyer-Landrut, Tim Bendzko und Florian Silbereisen, bewertet die einzelnen Auftritte. Meyer-Landrut und Bendzko kennen die Rolle bereits - beide saßen sogar schon gemeinsam bei der Castingshow "The Voice Kids" in der Jury. Florian Silbereisen ist vermutlich der beliebteste Moderator bei großen Schlager-Shows und begeistert damit - anders als die beiden jüngeren Juroren - auch Zuschauer jenseits der 30er.

Wer dann tatsächlich für Deutschland zum ESC fährt, das entscheidet jedoch das Publikum. Und zwar auch das europäische. Denn die ARD streamt den Vorentscheid auch im Internet. Über eine ESC-App kann auch außerhalb der deutschen Grenzen über unseren ESC-Beitrag abgestimmt werden.

Wem das Konzept bekannt vorkommt und an "Unser Star für Oslo 2010" erinnert: Produziert wird die Castingshow übrigens von der Produktionsfirma von Kult-Entertainer Stefan Raab, "Raab TV" - weshalb in manchen Medien darüber berichtet wird, dass Raab selbst an Board geholt wird.

Der ESC: Kein reiner Gesangswettbewerb

Ob diese "neue" Show zur Auswahl des ESC-Kandidaten tatsächliche den erhofften Erfolg beim ESC bringt, sei allerdings erstmal dahingestellt. Schließlich entscheidet beim Eurovision Song Contest nur zur Hälfte das Publikum, wer tatsächlich gewinnt.

Die Länderjuroren vergeben ebenfalls Punkte und da spielte zuletzt auch Beliebtheit eine große Rolle. Dass befreundete Nachbarländer sich gegenseitig gerne den einen oder anderen Punkt schenken, ist längst kein Geheimnis mehr.

Wie wichtig Beliebtheit in diesem Wettbewerb ist, davon kann auch Russland ein Lied singen. Und anders als die Statuten des ESC es vorgeben, war der Wettbewerb immer schon auch politisch belastet.

2015 schickte das Land Polina Gagarina mit dem Lied "A Million Voices" in den Wettbewerb. Ein Lied über Frieden. Das Publikum war begeistert: Die Performance war perfekt, der Song war perfekt, die Interpretin war perfekt. Trotzdem gab es nur Platz zwei - ein Song über Frieden verliert eben an Glaubwürdigkeit, wenn das eigene Land kurz zuvor noch im Nachbarstaat einmarschiert ist.

Die Jury des ESC-Vorentscheids

Die Jury der neuen Castingshow scheinen diese Umstände eher weniger zu stören. Vor allem Lena Meyer-Landrut: Ihr bescherte der ESC immerhin internationalen Erfolg als Musikerin. "Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu bewerben", sagt sie. "Es könnte die beste Entscheidung eures Lebens sein und alles verändern."

Auch Juror Florian Silbereisen schwärmt davon, wie der ESC Europa vereint: "Es gibt nur eine Show, die überall in Europa zur selben Zeit so viele Menschen bewegt. Ich freue mich sehr, dass ich zum zweiten Mal als Juror beim Song Contest dabei sein darf!"

Nun ja, über die Einigkeit in Europa lässt sich nach den jüngsten Ereignissen streiten (Stichwort: Brexit). Aber vielleicht steckt Florian Silbereisen mit seinem Enthusiasmus den Rest der Bevölkerung ja auch noch an.

ARD-Programmdirektor Thomas Schreiber glaubt an den Erfolg

Auch ARD-Koordinator für Unterhaltung Thomas Schreiber ist guter Dinge: "International haben wir seit 2002 die besten Ergebnisse mit den Siegern aus Castings und eigens für sie produzierten Liedern erzielt - mit Max Mutzke den 8. Platz 2004, den Sieg mit Lena 2010 und den 10. Platz 2011 sowie Roman Lobs 8. Platz 2012. Ich freue mich ungemein, dass uns Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen in der Show mit ihrer Expertise unterstützen werden."

Musiker können sich jetzt bewerben

Ab sofort können sich junge Talente aus ganz Deutschland für die Castingshow bewerben und zwar auf der Webseite von "Unser Song 2017" und auf der deutschen "Eurovision"-Webseite.

"Eurovision Song Contest - unser Song 2017" wird am 9. Februar ab 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt, dort wird sich zeigen, wer Deutschland im Mai in Kiew vertreten wird. Und vielleicht springen dann ja auch wieder ein paar mehr Punkte für Deutschland raus.

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(cho)