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Burka-Trägerin erklärt bei Plasberg, warum sie ihr Gesicht verhüllt - ihre Begründung überrascht

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Der Auftritt von Monika B. war der Höhepunkt von Plasbergs "Hart aber fair"-Sendung mit dem Titel "Offene Gesellschaft, offenes Gesicht – Kulturkampf um die Burka?". Sie ist Österreicherin, spricht deutsch mit österreichischem Akzent - und ist Muslima.

B. trägt im Alltag das, was man allgemein als "Burka" bezeichnet. Genau genommen ist ihr Gesichtsschleier allerdings ein Niqab. Und ihre Begründung, warum sie das tut, ist überraschend - und sagt viel über die derzeitige Islam-Debatte aus.

Ihren vollen Namen möchte sie Gespräch mit dem Moderator Frank Plasberg nicht nennen - denn sie möchte nicht erkannt werden, um ihre Familie zu schützen. Der Moderator gibt offen zu, dass er ihren Anblick unheimlich findet. "Kann ich verstehen", sagt sie.

Journalist Schümer wendet sich demonstrativ ab

B. unterläuft alle Klischees. Pragmatisch sagt sie, dass sie es als ihre "islamische Pflicht" ansieht, den "Niqab hochzunehmen", um den Menschen keine Angst zu machen. Natürlich würde sie ihn auch im Restaurant beim Essen hochklappen. Und ganz offensichtlich wird sie nicht von ihrem Mann dazu gezwungen. Der sei sogar dagegen, dass sie den Niqab trage, weil er sie zur "Zielscheibe" mache, erklärt sie.

Jeder der Gäste reagiert anders auf die Burka-Trägerin. "Welt"-Journalist Dirk Schümer wendet sich demonstrativ von ihr ab und putzt mit übertrieben dargestellter Langweile seine Brille. Die Muslima und Autorin Khola Maryam Hübsch applaudiert ihrem "Pragmatismus".

Monika B. trägt Burka, weil sie als "Landesverräterin" beschimpft wurde

Die CDU-Politikerin Julia Klöckner dagegen geht in die Offensive. "Warum verhüllen sich die Männer nicht?", fragt sie. "Ich sehe auch gern schöne Männer!" Sie will wissen, ob es damit zu tun habe, dass Männer vor den Reizen von Frauen geschützt werden sollten.

"Die Gehirne von Männern und Frauen funktionieren völlig unterschiedlich..." setzt Monika B. an. Plasberg würgt die Diskussion aber sogleich ab - schade eigentlich. Er sagt: "Ich bin gegen Sexismus auch gegen Männer!“

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Überraschend ist die Begründung, warum sie den Niqab trägt. Als sie den Hidschab getragen habe - ein Kopftuch, welches das Gesicht freilässt - sei sie als "Landesverräterin" beschimpft worden, wenn sie als Europäerin erkannt wurde. Wenn sie allerdings den Gesichtsschleier trägt, wird sie für eine geborene Muslima gehalten - und in Ruhe gelassen, erklärt sie.

Zumindest bis vor einem halben Jahr. Inzwischen habe sich die Situation "extrem zugespitzt". Gespräche laufen jetzt nur noch über die "Angst- und Aggressionsschiene", sagt sie. Der Niqab als Gegenreaktion zu Anfeindungen von Islam-Gegnern - das zeigt, wie überhitzt die Debatte um das Kleidungsstück bereits geworden ist.

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