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Das ist der wahre Grund, warum Frauen schlechter verdienen als Männer

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WOMAN NEGOTIATION
Frauen bekommen seltener Gehaltserhöhungen als ihrer männlichen Kollegen. | Thomas Barwick via Getty Images
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  • Frauen bekommen seltener eine Gehaltserhöhung als Männer
  • Und das, obwohl sie genauso häufig mehr Geld fordern
  • Für Forscher ein klares Indiz für Diskriminierung am Arbeitsplatz

Frauen fordern seltener Gehaltserhöhungen als Männer. Diese Vermutung hält sich seit langem in der Arbeitswelt. Neue Forschungsergebnisse kommen allerdings zu einem anderen Schluss: Frauen fragen genau so häufig nach einer besseren Bezahlung wie Männer.

Das Problem: Sie bekommen den Aufschlag wesentlich seltener.

In Zahlen: Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, eine Gehaltserhöhung zu bekommen, ist 25 Prozent niedriger als bei den männlichen Kollegen.

"Frauen werden noch immer diskriminiert"

Dies geht aus einer Studie der Cass Business School in London, der Universität Warwick und der Universität Wisconsin hervor, für die 4.600 Arbeitnehmer in mehr als 800 Unternehmen in Australien befragt wurden. Denn nur dort werden Gehaltsverhandlungen systematisch erfasst.

Laut des Studienleiters Andres Oswald lassen sich die Ergebnisse aber auch auf Europa übertragen. Und der Ökonom kommt zu folgendem ernüchternden Fazit: "Frauen werden am Arbeitsplatz noch immer diskriminiert."

Keine Zurückhaltung am Verhandlungstisch

Aber mag der Erfolg bei den Gehaltsverhandlungen auch an der Verhandlungstaktik liegen?

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Nein, meinen die Forscher: Frauen verhandeln nicht zurückhaltender als Männer. Dennoch: Die Erfolgsaussichten liegen bei den Männern bei 20 Prozent, bei Frauen nur bei 16.

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Doch das gilt nicht für alle Altersgruppen: Trotz der eindeutigen Befunde zeigt die Studie nämlich, dass junge Frauen in ihren Verhandlungen für eine Lohnerhöhung ebenso erfolgreich sind wie junge Männer. "Und womöglich setzt sich das fort, wenn sie älter werden", hält Amanda Goodall, eine Autorin der Studie, fest.

Frauen werden ab 30 seltener befördert

Bisherige Studienergebnisse konnten dies nicht belegen. Im Gegenteil: Frauen werden ab und vor allem um das 30. Lebensjahr herum wesentlich seltener in Management-Positionen befördert als Männer. Das konstatiert Visier, ein Unternehmen für Personalforschung in einer Studie, für die 165.000 Arbeitnehmer in Amerika befragt wurden.

"Der Unterschied entsteht genau zu dem Zeitpunkt, wenn Frauen im statistisch wahrscheinlichsten Alter sind, ein Kinder zu bekommen. Mutterschaft ist eine Strafe in diesen Jahren", sagte Josie Sutcliffe, die Vorsitzende von Visier, der amerikanischen Politikwebseite "Vox".

SPD möchte Gesetz für Lohngleichheit

In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, wie eine Studie der Europäischen Kommission in diesem Jahr zeigte. Diese Zahlen belegen eine Diskriminierung allerdings weniger stark als sie auf den ersten Blick vermuten lassen.

Denn bei den Zahlen spielen Unterschiede bei der Arbeitszeit, Lohnunterschiede zwischen den Branchen und der oft geringere berufliche Aufstieg von Frauen eine große Rolle. Nach Abzug dieser Faktoren besteht dennoch ein Lohnunterschied von sieben Prozent.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) pocht deshalb noch in dieser Legislaturperiode auf ein Gesetz für Lohngleichheit. Schwesig sagte im Juli ein solches Gesetz für mehr Transparenz bei den Gehältern von Männern und Frauen sei "wichtig für eine zufriedene, moderne Arbeitswelt".

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