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Abtreibungsstatistik: Mehr Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland im 2. Quartal

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  • Statistisches Bundesamt: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sind 2016 gestiegen
  • Vor allem junge Frauen entschieden sich für eine Abtreibung
  • Vergewaltigung und Gesundheit ist selten ein Grund für diesen Schritt

Knapp 25.000 Schwangerschaftsabbrüche wurden von März bis Juni 2016 in Deutschland gemeldet. Das sind 1,9 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2015, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Die meisten von ihnen (96 Prozent) haben sich nach einer Beratung für den Abbruch und gegen das Kind entschieden. Mehr als ein Drittel der Betroffenen waren laut Statistik auch vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Mutter eines Kindes.

Wie alt waren die betroffenen Frauen?

Dabei sind die wenigsten der Betroffenen Jugendliche. Laut Statistik waren drei Prozent der Patientinnen unter 18 Jahre alt.

Die meisten Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, waren älter: Knapp drei Viertel waren bei dem Eingriff 18 bis 34 Jahre alt. Dabei gilt es hier zu bedenken, die Altersspanne, die gewählt wurde, umfasst 16 Jahre - ist also auch entsprechend groß.

Unter den 35- bis 39-Jährigen haben sich von März bis Juni 17 Prozent gegen ein Kind entschieden. Ab einem Alter von 40 Jahren waren es rund sieben Prozent.

Welche Gründe gab es für den Schwangerschaftsabbruch?

In vier Prozent der Fälle wurde der Abbruch dem Bundesamt zufolge mit medizinischen und kriminologischen Indikationen begründet.

Das bedeutet laut der Informationsseite "Familienplanung.de": Der Schwangerschaftsabbruch geschah entweder, weil man so die Gefahr für das Leben oder des Gesundheitszustands der Schwangeren abwenden wollte. Oder ein Abbruch wurde gestattet, weil ein Arzt davon ausgeht, dass die Schwangerschaft Folge eines Sexualdelikts, also zum Beispiel einer Vergewaltigung, war.

Mehr zum Thema: Was Abtreibung wirklich bedeutet - Ein Plädoyer für das Leben

Auf welche Weise wurden die Abbrüche durchgeführt?

Fast zwei Drittel der Schwangerschaftsabbrüche (62 Prozent) wurden im zweiten Quartal mit der Absaugmethode, also der Vakuumaspiration, durchgeführt. In 21 Prozent der Fälle in Deutschland entschied man sich für das Mittel Mifegyne(r).

Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, die meisten davon in der Praxis eines Gynäkologen (78 Prozent), seltener in einem Krankenhaus (18 Prozent). Sieben Prozent der Patientinnen entschieden sich dafür, den Schwangerschaftsabbruch in einem Bundesland vornehmen zu lassen, in dem sie nicht wohnen. Das teilte das Bundesamt weiter mit.

Gab es im ersten Halbjahr einen Anstieg im Vergleich zu 2015?

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche um 0,8 Prozent auf 51.200 gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 gestiegen.

Trotzdem: Laut den aktuellsten Zahlen wurde im Jahr 2015 mit 737.630 Babys so viele Kinder geboren, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Mehr zum Thema: Frauen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken wollen oder müssen, finden zum Beispiel auf der Informationsseite "Familienplanung.de" eine Beratungsstelle in ihrer Nähe.

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(lk)