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9 Fotos zeigen, dass sexuelle Gewalt allgegenwärtig ist

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Es kann jedem passieren. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Es passiert ohne Vorwarnung und es hinterlässt tiefe Narben. Sexuelle Gewalt ist allgegenwärtig: Statistiken zufolge ist jede fünfte Frau davon betroffen. Und doch gehört sie zu den Verbrechen, die nur selten aufgeklärt, geschweige denn gerecht bestraft werden.

Während die Opfer lebenslänglich bekommen - ein Leben, das nie mehr so sein wird wie vor dem Angriff - werden die Täter häufig nur mit Bewährungsstrafen oder wenigen Monaten Haft bestraft.

Dem will Künstlerin Yana Mazurkevich entgegenwirken. Ein Fall, der erst kürzlich für Schlagzeilen in den USA sorgte, diente ihr als Inspiration.

Brock Turner soll eine bewusstlose Frau missbraucht haben

Brock Turner, ein 20-jähriger Student der Stanford University, wurde angeklagt, nachdem er eine bewusstlose Frau hinter einem Müllcontainer sexuell missbraucht hatte. Nach dem Verkehr soll er sie im Dreck liegen gelassen haben, wo ein Sicherheitsmann der Universität sie fand.

Turner hatte damals zugegeben, Sex mit der Frau gehabt zu haben, behauptete aber, sie habe eingewilligt. Er sei zu betrunken gewesen um zu merken, dass die Frau bewusstlos war. Nachdem die Frau gefunden worden war, blieb sie noch für mehrere Stunden ohne Bewusstsein.

Turner war bereits bei früheren Gelegenheiten durch aggressives Verhalten gegenüber Frauen auffällig geworden. Trotzdem bekam er ein sehr mildes Urteil und wurde vom Gericht zu sechs Monaten Freiheitsstrafe und drei Jahren Bewährung verurteilt.

Doch Turner durfte das Gefängnis schon nach drei Monaten verlassen
.

Mazurkevich inszeniert sexuelle Gewalt in eindrucksvollen Fotografien

Für Mazurkevich eine weitere Gelegenheit, sich mit sexueller Gewalt im Alltag auseinanderzusetzen.

Die 22-Jährige inszenierte Männer und Frauen als Opfer sexueller Gewalt. Das Projekt entwickelte sie für die Organisation Current Solutions, die das Bewusstsein für sexuelle Gewalt in der Gesellschaft stärken will.

Die Opfer in Mazurkevichs Fotos wirken leblos aber real - damit will die Künstlerin verdeutlichen, dass es sich bei sexueller Gewalt um echte Menschen handelt, die mit den Folgen des Missbrauchs leben müssen.

"Seht genau hin", sagte die Künstlerin. "Denn es passiert direkt vor euren Augen." Ihre Inspiration bezog die Künstlerin aus eigenen Erfahrungen und denen von Menschen in ihrem engen Umfeld.

Mazurkevichs Bilder sollen Opfer ermutigen

Die Bilder (zu sehen im Video oben), unter anderem auf der Facebook-Seite von Current Solutions veröffentlicht, sollen nicht nur das Bewusstsein für das Thema schärfen - sie sollen Opfer auch ermutigen, derartige Vorfälle zu melden.

"In unserer Gesellschaft wird sexuelle Gewalt so schnell abgetan - kein Wunder, dass Übergriffe selten gemeldet werden", schreibt Current Solutions auf Facebook. Wie können Aussagen wie "Es waren nur 20 Minuten in seinem Leben" zu so einer Tatenlosigkeit führen?"

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Fragwürdige Aussage von Turners Vater

Damit spielt die Organisation auf eine Aussage von Brock Turners Vater vor dessen Verurteilung an. Es war eine Aussage, die viele Menschen wütend machte:

Es sei "ein hoher Preis für etwas, das nicht einmal 20 Minute dauerte, 20 Jahre seines Lebens einzubüßen", schrieb Dan Turner in einem Brief an das Gericht, nachdem sein Sohn am 2. Juni schuldig gesprochen worden war und bevor das Strafmaß verkündet wurde.

Turner hatte offenbar keine Sekunde darüber nachgedacht, was diese 20 Minuten im Leben eines Opfers ausmachen können.

Der Junge wurde missbraucht - was die Biker dann vor seinem Haus taten, ist Anarchie

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