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Der AfD-Erfolg bringt ein Problem mit sich, das wir bislang ignoriert hatten

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Der deutsche Bundestag in Berlin | Adam Berry via Getty Images
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  • Der Erfolg der AfD bringt ein ganz praktisches Problem mit sich
  • In Zukunft wird es in deutschen Parlamenten mehr, aber kleinere Fraktionen geben
  • Das könnte die Bildung von Regierungen erschweren

Eine Meinungsumfrage des Insa-Instituts zeigt einen politischen Trend, der die Bildung von Regierungen auf Landes- und Bundesebene erschweren könnte.

Durch die Stimmenverluste der etablierten Parteien und dem Siegeszug der AfD könnte es in Zukunft schwer werden, Zweier-Koalitionen zu bilden. Langwierige Koalitionsgespräche zur Bildung von Dreierkoalitionen oder Minderheitsregierungen könnten die Folge sein.

Große Koalition als einziges Zweier-Bündnis

Im aktuellen INSA-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung halten CDU/CSU (30,5 Prozent), SPD (21,5 Prozent), und AfD (15 Prozent) ihre Ergebnisse aus der Vorwoche. Linke (10 Prozent) und FDP (7 Prozent) gewinnen je einen halben Punkt hinzu, die Grünen (11 Prozent) verlieren einen halben Punkt. Sonstige Parteien kommen zusammen auf 5 Prozent (- 0,5).

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Die einzige mögliche Koalition aus zwei Parteien ist damit ein Bündnis aus SPD und CDU - das käme auf 52 Prozent.

Zudem gibt es auch eine rechnerische Mehrheit für ein Jamaika-Bündnis (48,5 Prozent) aus CDU/CSU, Grünen und FDP.

Auch die "Bahamas-Koalitioin" wäre eine Option

Eine Bahamas-Koalition (CDU/CSU, FDP, AfD) käme auf 52,5 Prozent und wäre damit rechnerisch sogar noch stärker als eine große Koalition. Ein rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Linken und Grünen kommt nur auf 42,5 Prozent.

INSA-Chef Hermann Binkert: "Dem nächsten Bundestag werden wahrscheinlich sechs Fraktionen angehören. Bereits bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin werden Zweierbündnisse nicht mehr mehrheitsfähig sein."

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