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Viele tote Zivilisten: Vor der Waffenruhe in Syrien eskalierte die Gewalt am Wochenende

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IDLIB
Idlib, Syrien | Ammar Abdullah / Reuters
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  • Im Syrienkrieg sind bereits Hunderttausende Menschen gestorben, Millionen sind auf der Flucht
  • Vor einer neuen Waffenruhe eskalierte die Gewalt im Bürgerkriegsland am Wochenende

Vor dem Beginn einer von den USA und Russland ausgehandelten Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien hat eskalierende Gewalt mehr als 100 Zivilisten getötet.

Kampfjets griffen Rebellengebiete in der heftig umkämpften Stadt Aleppo und der Provinzhauptstadt Idlib im Nordwesten des Landes an, berichteten Helfer und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Montag zum Sonnenuntergang (etwa 17.45 Uhr MESZ) sollen die Waffen in Syrien schweigen.

US-Außenminister John Kerry und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow hatten den in den vergangenen Wochen ausgehandelten Plan in der Nacht zum Samstag in Genf vorgestellt.

Russland ist mit der syrischen Regierung verbündet, die USA unterstützen Rebellengruppen. Die Kämpfe zwischen Regierungstreuen und Rebellen sollen mit der landesweiten Feuerpause enden.

Waffenruhe könnte "Wendepunkt" im Syrien-Krieg sein

Falls die Waffenruhe sieben Tage hält, wollen Washington und Moskau gemeinsam gegen die Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Fatah al-Scham (früher: Al-Nusra Front) vorgehen.

Die Waffenruhe fällt mit dem Beginn des islamischen Opferfestes zusammen. Die Übereinkunft könne ein "Wendepunkt" im syrischen Bürgerkrieg sein, sagte Kerry.

Die amerikanisch-russischen Vereinbarungen würden endlich auch die Versorgung notleidender Menschen durch Hilfsorganisationen ermöglichen - vor allem im heftig umkämpften Aleppo.

Lawrow erklärte, Moskau habe die Vereinbarung einer Waffenruhe mit der syrischen Regierung abgesprochen. Eine stabile Feuerpause könnte zur Wiederaufnahme der mehrfach gescheiterten Friedensverhandlungen führen.

Dutzende Tote allein an diesem Wochenende

Am Wochenende jedoch attackierten wieder Dutzende Flugzeuge Augenzeugen zufolge unter anderem einen Markt in Idlib. Neben mehr als 60 Toten seien über 90 Menschen verletzt worden. Geschäfte und Häuser gerieten in Brand.

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Bombardierter Markt in Idlib; Credit: Reuters

Die Märkte sind derzeit wegen der anstehenden muslimischen Feiertage gut besucht. Vor allem am Samstag hatten die Bombardements - vermutlich angesichts der anstehenden Waffenruhe - noch einmal deutlich zugenommen.

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Die syrische Opposition bewertete die Erfolgsaussichten der Feuerpause zurückhaltend. Verschiedene Oppositionsbündnisse äußerten am Samstag ihre Skepsis, ob sich die Regierung von Präsident Baschar al-Assad tatsächlich daran halten werde. Dennoch wolle man seinen Teil zum Gelingen beitragen, hieß es von der Opposition.

"Wir vertrauen dem Regime nicht, weil es zu oft bisherige Versprechen von Feuerpausen gebrochen hat", sagte Samir al-Naschar vom Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition der Deutschen Presse-Agentur. Die letzte Waffenruhe in Syrien war wegen aufflammender Gewalt im Frühjahr gescheitert.

Is könnte die Waffenruhe ausnützen, um Kräfte zu mobilisieren

Der enge Assad-Verbündete Iran begrüßte den Plan. "Der Iran war schon immer für eine Waffenruhe in Syrien, um humanitäre Hilfe für die Menschen zu ermöglichen", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Sonntag.

Nur sollten alle Seiten darauf achten, dass die Waffenruhe nicht von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgenützt werde, um neue Kräfte zu rekrutieren und sich aufzurüsten, sagte der Sprecher.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will dagegen weiter gegen kurdische Milizen auch im Nachbarland Syrien vorgehen. Der syrische Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK - die Volksschutzeinheiten YPG - werde genauso wie die PKK beseitigt werden.

Die türkische Armee war mit von ihr unterstützten Rebellen am 24. August in Syrien einmarschiert und hatte zunächst die Grenzstadt Dscharablus eingenommen, die von der Terrormiliz IS geräumt wurde. Dann ging die Türkei auch gegen die YPG vor, die von den USA unterstützt werden.

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(bp)