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Medienbericht: Flüchtlinge machen dort Urlaub, wo sie angeblich verfolgt werden

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  • Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Libanon reisen offenbar wochenlang in ihre Heimat
  • Eine Zeitung geht davon aus, dass sie dort Urlaub machen
  • Eine Zusammenfassung des Artikels seht ihr im Video oben.

Asylberechtigte kehren zu Urlaubszwecken vorübergehend in jenes Land zurück, aus dem sie offiziell geflüchtet sind. Das berichtet die „Welt am Sonntag“. Die Zeitung recherchierte aufwändig und erfuhr nach eigenen Angaben von anerkannten Asylbewerbern, die arbeitslos gemeldet sind und für kurze Zeit in Länder wie Syrien, Afghanistan oder den Libanon reisten. Anschließend seien sie wieder nach Deutschland zurück gekommen.

Arbeitsagenturen bestätigen Phänomen

Der Zeitung zufolge gab es entsprechende Vorfälle in Berliner Arbeitsagenturen. Personen, die mit den Vorgängen vertraut seien, gingen zudem davon aus, "dass dies auch in anderen Regionen in Deutschland passiert".

Eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit bestätigte gegenüber der "Welt": „Es gibt solche Fälle.“ Offizielle Erhebungen lägen dazu aber nicht vor.

Hartz-IV-Empfänger haben Anspruch auf drei Wochen Ortsabwesenheit pro Jahr, ohne dass die staatliche Hilfe gesenkt wird. Ein solcher Urlaub wird im Regelfall genehmigt. Eine gesetzliche Pflicht, den Urlaubsort gegenüber dem Staat anzugeben, besteht nicht.

Schutzsuchende könnten Asylstatus verlieren

Für die konservative "Welt" ist klar: Wenn anerkannte Asylbewerber in dem Land, in dem sie nach eigenen Angaben verfolgt wurden, Urlaub machen, könnte "dies ein Indiz sein, dass keine Verfolgung vorliegt". Möglich ist aber auch, dass schlicht nur Familienmitglieder besuchen.

Das Bundesinnenministerium weist auf Anfrage der Zeitung auf europäische Regeln hin, wonach Reisen in den sogenannten Verfolgerstaat nach einer Einzelfallprüfung zur Aberkennung des Schutzstatus führen können.

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster (CDU) sagte der "Welt": „Wenn das stimmt, verschlägt es einem fast die Sprache.“ Ein Recht auf Asyl sei für solche Flüchtlinge seiner Meinung nach kaum noch vorstellbar, da die vorgebrachten Schutzgründe oftmals nicht stichhaltig sein könnten.